Agenda 2030: Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Agenda 2030 wurde 2015 auf einer Versammlung der Vereinten Nationen beschlossen:

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. - BMZ.de

Neben den 5 Kernbotschaften 2030,

  1. Die Würde des Menschen im Mittelpunkt,
  2. Den Planeten schützen,
  3. Wohlstand für alle fördern,
  4. Frieden fördern, und
  5. Globale Partnerschaften aufbauen,

sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung (sustainable development goals, SDGs) mit ihrem insgesamt 169 Unterzielen das Herz der Agenda 2030. Die 17 SDGs berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Soziales, Umwelt und Wirtschaft) gleichermaßen, sind unteilbar und bedingen einander:

 

Armut in jeder Form und überall beenden.

Armut ist ein weltweites Phänomen mit weitreichenden Folgen. Betroffene sind oftmals nicht in der Lage Grundbedürfnisse, wie ausreichend Nahrung, sauberes Wasser, Gesundheit oder Bildung zu befriedigen. Die weltweite Armustbekämpfung ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart und wurde als erstes SDG bestimmt. Das SDG wird durch sieben Unterziele konkretisiert. Die Unterziele beziehen sich auf einzelne Fortschritte, die in der Armutsbekämpfung erziehlt werden sollen. Beispielsweise soll bis 2030 die Anzahl an weltweit in Armut lebenden Männern, Frauen und Kindern halbiert werden.  

 

Den Hunger beenden, Nahrungs­sicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Land­wirtschaft fördern

Das zweite SDG strebt die weltweite Bekämpfung des Hungers an und umfasst acht Unterziele. Hunger wird durch Armut bedingt und wirkt sich wiederum negativ auf die Gesundheit (SDG 3) und die Produktivität des Betroffenen aus. Ausgehend von der Prämisse, dass eine Welt ohne Hunger möglich ist, soll insbesondere eine stärkere Förderung nachhaltiger Landwirtschaft der Hungerbekämpfung dienen.

 

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewähr­leisten und ihr Wohl­ergehen fördern.

„Gesundheit ist Ziel, Voraussetzung und Ergebnis von nachhaltiger Entwicklung“ BMZ.de.  Die Gewährleistung einer guten Gesundheitsversorgung für alle Menschen ist Inhalt des dritten SDGs. Die 13 dazugehörigen Unterziele beziehen sich u.a. auf die Verringerung der Müttersterblichkeit und auf das Verhindern von vermeidbaren von Todesfällen bei Neugeborenen und Kindern unter 5 Jahren.

 

Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglich­keiten des lebens­langen Lernens für alle fördern.

Das vierte SDG soll jedem Menschen den Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglichen und ihnen dadurch die Möglichkeit geben „ihre politische, soziale, kulturelle, und wirtschaftliche Situation zu verbessern“ BMZ.de. Das SDG wird durch zehn Unterziele  konkretisiert. Diese streben u.a. den gleichberechtigten Zugang von Mädchen und Jungen zu kostenloser Schulbildung an.

 

Geschlechter­gerechtigkeit und Selbst­bestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen.

Das fünfte SDG, die Gleichberechtigung der Geschlechter, stellt ein fundamentales Menschenrecht dar und soll die Situationen von Mädchen und Frauen weltweit verbessern. Die neun Unterziele beziehen sich u. a. auf die Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, die Ermöglichung einer gleichberechtigten Teilhabe im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben und jegliche Form der Diskriminierung von Frauen und Mädchen. 

 

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.

Das sechste SDG hat zum Ziel allen Menschen einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Dieser Zugang stellt u.a. eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben für alle Menschen (SDG 3) und für die weltweite Bekämpfung des Hungers (SDG 2) dar. Zum sechsten SDG gehören acht Unterziele. Diese formulieren genauere, bis 2030 zu erreichende, Zielvorgaben, welche sich u. a. auf die gerechte Verteilung, die Qualität und die effiziente Nutzung von Wasser beziehen.

 

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern.

Als Grundlage für Entwicklung ist es Inhalt des siebten SDGs allen Menschen den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie zu gewährleisten. In den dazugehörigen fünf Unterzielen werden u. a. die Förderung von erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz bis 2030 angestrebt.

 

Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschafts­wachstum, produktive Voll­beschäftigung und menschen­würdige Arbeit für alle fördern.

Das achte SDG zielt auf die Förderung von dauerhaftem nachhaltigem Wirtschaftswachstum und guten Arbeitsplätzen ab. Stabile und gute Jobs stellen eine Grundlage für die weltweite Armutsbekämpfung (SDG 1) dar. Die Zielsetzung des achten SDGs wird in 12 Unterzielen konkretisiert. So soll u. a. eine höhere wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, technologische Modernisierung und Innovation erreichet und bis 2020 die Jugendarbeitslosigkeit erheblich verringert werden.

 

Eine belastbare Infra­struktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.

Das neunte SDG umfasst drei wichtige Aspekte nachhaltiger Entwicklung: Infrastruktur, Industrialisierung und Innovation. Der Aufbau einer belastbaren Infrastruktur und die Förderung einer inklusiven und nachhaltigen Industrialisierung sind bedeutend für die Erziehung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums (SDG 8). Des Weiteren sind technische Innovationen u. a. für die weltweite Versorgung mit nachhaltiger Energie (SDG 7) und die Bekämpfung des Klimawandels (SDG 13) von zentraler Bedeutung. In acht Unterzielen wird die Zielsetzung des neunten SDGs hinsichtlich aller drei Aspekte konkretisiert.

 

Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern.

Die Verringerung von Ungleichheiten innerhalb von und zwischen Staaten ist Ziel des zehnten SDGs und wird in zehn Unterzielen genauer beschrieben. Die Ungleichheiten beziehen sich sowohl auf Einkommensunterschiede als auch auf solche, die auf Alter, Geschlecht, Herkunft oder Religion beruhen.

 

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen.

Städte spielen eine zentrale Rolle zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung. Da mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt, Tendenz steigend, müssen insbesondere dort Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung gefunden werden BMZ.de. Das elfte SDG hat zum Ziel Städte und Gemeinden nachhaltiger zu machen und geht in zehn Unterzielen konkret auf verschiedene Zielsetzungen ein. So soll beispielsweise bis 2030 der Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum für alle sichergestellt werden.

 

Für nachhaltige Konsum- und Produktions­muster sorgen.

Ziel des zwölften SDGs ist die Förderung eines verantwortungsvollen Konsums. Ein Umstellen der Konsumgewohnheiten und der Produktionstechniken ist notwendig, um dauerhaft eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, Ressourcen zu schonen und die natürlichen Grenzen des unseres Planeten einzuhalten. Das SDG wird durch elf Unterziele konkretisiert.

 

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klima­wandels und seiner Aus­wirkungen ergreifen.

Der Klimawandel stoppt nicht an Ländergrenzen und seine Auswirkungen beschränken sich nicht auf einzelne Politikfelder, Wirtschaftszweige oder soziale Gruppen BMZ.de. Das Ergreifen von Maßnehmen zum Klimaschutz ist Inhalt des dreizehnten Entwicklungsziels und wird durch fünf Unterziele konkretisiert.

 

Ozeane, Meere und Meeres­ressourcen im Sinne einer nach­haltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.

Das 14te SDG strebt die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Ozeanen, Meere und Meeres­ressourcen an. Diese spielen weltweit eine essentielle Rolle für das menschliche Wohlbefinden und die soziale und wirtschaftliche Entwicklung UN.org. Das SDG umfasst zehn Unterziele.

 

Land­ökosysteme schützen, wieder­herstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüsten­bildung bekämpfen, Boden­verschlechterung stoppen und umkehren und den Bio­diversitäts­verlust stoppen.

Das 15te SDG umfasst 12 Unterziele und zielt auf eine positive Entwicklung der Gesamtwirtschaft ab, welche mit dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Böden, Landflächen und Wälder in Einklang gebracht werden kann BMZ.de. Zur Erreichung des 14ten und 15ten SDGs ist umfassende Biodiversitätsforschung essentiell.

 

Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nach­haltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschafts­pflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.

Das 16te SDG widmet sich der Förderung von Frieden und Gerechtigkeit im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und wird durch 12 Unterziele konkretisiert UN.org.

 

Umsetzungs­mittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wieder­beleben.

Eine erfolgreiche Agenda für nachhaltige Entwicklung bedarf einer intensiven Partnerschaft von Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaftlern, Akademikern und dem Privaten Sektor. Die Wiederbelebung und Stärkung dieser Partnerschaft ist Inhalt des letzen SDGs UN.org.