IPBES Stakeholder-Netzwerk nimmt Gestalt an

Am 7. August trafen sich einige IPBES Stakeholder auf einem Side-Event der 27. Internationalen Konferenz der Natur- und Artenschutz Biologen in Montpellier (ICCB 2015). Eingeladen hatte die Society of Conservation Biologist (SCB), das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung (NeFo) und IUCN unterstützten die Veranstaltung.


Nach einer kurzen Einführung in den IPBES Prozess und die vom letzten Plenum verabschiedete Strategie zur Einbindung von Stakeholdern (SES) standen vor allem Diskussionen über den Aufbau und der Formalisierung eines IPBES Stakeholder Netzwerkes auf dem Programm (Agenda des Treffens). Die Gründung eines solchen offenen und selbst-organisierten Netzwerkes zur breiteren Einbeziehung von Stakeholdern und WissensträgerInnen hatte das 3. Plenum der IPBES Mitgliedsstaaten ebenfalls begrüßt.

Solene Ledoze (UNDP), die Koordinatorin für die Umsetzung des Webportals für IPBES (Biodiversity and Ecosystem Network – BES-Net), berichtete, dass BES-Net neben zahlreichen Vernetzungsmöglichkeiten für Wissens- und EntscheidungsträgerInnen auch einen virtuellen Raum für das Stakeholder Netzwerk bereitstellen werde. Interessierte WissensträgerInnen, die sich für BES-Net anmelden, sollen die Möglichkeit bekommen auch dem Netzwerk beizutreten und umgekehrt (Link zur Präsentation).

Laurence Perianin von IUCN machte deutlich, dass IPBES ein sehr kleines Budget für die Einbindung von Stakeholdern zur Verfügung stünde und dass der Prozess darum auf das Mitwirken interessierter ExpertInnen und Organistionen angewiesen sei. IUCN unterstützt diesen Prozess aktuell mit einer halben Stelle, die eng mit dem IPBES Sekretariat zusammenarbeitet (Link zur Präsentation).

Wie Stakeholder sich in Zukunft selbst organisieren könnten, skizierte Malte Timpte von NeFo. Er stellte einen Entwurf für Leitlinien für das Netzwerk vor, der neben Zielen und Aufgaben auch Vorschläge zur Struktur, Mitgliedschaft und Gremien macht (Link zur Präsentation). Angedacht ist, dass die Mitglieder des Netzwerkes ein internationales Komitee wählen, dessen wichtigste Aufgabe es ist, Informationen zu IPBES und Capacity Building Angebote in den 5 UN-Regionen sowie Sektor- und Disziplin übergreifend bekannt zu machen. Besonders WissensträgerInnen außerhalb der Naturwissenschaften sollen besser über den Prozess informiert und zur Mitarbeit an IPBES Produkten motiviert werden.
IPBES ist zwar eine zwischenstaatliche Plattform, jedoch werden alle Assessmentberichte von ExpertInnen und Wissensträgerinnen aus aller Welt erarbeitet und in mehreren Review-Runden gegengelesen. Daneben soll das Netzwerk und das Netzwerk-Komitee die Verbreitung der IPBES-Ergebnisse unterstützen.
Diskutiert wurde in Montpellier unter anderem, wie der Auswahlprozess für ein Sektor- und Wissenssystemübergreifendes Komitee organisiert werden könnte. Auch die Frage, wie WissensträgerInnen Mitglied des Netzwerks werden können, wurde besprochen. Die Vorschläge der TeilnehmerInnen werden nun in einen aktualisierten Entwurf der Netzwerk-Leitlinien eingearbeitet. Dieser soll für eine weitere Kommentierungsrunde im September veröffentlicht werden.

Aktuell arbeitet das IPBES-Sekretariat zudem an einer Online-Registrierung für Stakeholder, die in enger Abstimmung mit interessierten Stakeholdern und BES-Net entwickelt wird. Die Stakeholder haben Vorschläge für ein Online-Registry gemacht. Zu einer Liste der Teilnehmer des Treffens in Montpellier und dem Protikoll geht es hier.