PressemitteilungWeltbiodiversitätsrat IPBES debattiert über globalen Bericht

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IPBES-1 Vollversammlung in Bonn 2012
IPBES-1 Vollversammlung in Bonn 2012
NeFo

Vom 29. April bis 4. Mai 2019 findet sich der Weltbiodiversitätsrat IPBES in Paris zu seiner 7. Vollversammlung zusammen. Dort sollen die Vertreter der 132 IPBES-Mitgliedsstaaten unter anderem das Arbeitsprogramm für die kommenden zehn Jahre beschließen. Highlight der Versammlung wird aber fraglos die Verabschiedung des „Flaggschiffs“ der IPBES-Berichte sein – der Globale Bericht zur Lage der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen. NeFo begleitet die Verhandlungen vor Ort und unterstützt die Koordinierung der Interessengruppen, gestaltet den Stakeholder Day mit, fragt im NeFo-Interview den Umweltpolitologen Roland Zieschank nach Handlungsansätzen und informiert im NeFo-Blog über die Verhandlungsthemen.

2020 wird ein zentrales Jahr für die weitere Entwicklung der Artenvielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit auf dem Planeten. Die 2010 beschlossenen Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, die sogenannten Aichi-Ziele zum Schutz der weltweiten Biodiversität laufen aus und werden zum großen Teil verfehlt werden. Nun müssen sie durch neue, wirksame internationale Vorgaben ersetzt werden, die endlich eine echte Trendwende ermöglichen. Die Vorarbeiten dazu laufen derzeit auf Hochtouren.

Eine wesentliche Rolle dabei soll der Globale IPBES-Bericht spielen. Über 150 Experten aus 50 Ländern haben mit Unterstützung weiterer 250 Experten drei Jahre lang Tausende von Studien ausgewertet und daraus Schlussfolgerungen für die Politikberatung abgeleitet. Nachdem IPBES im vorigen Jahr vier Berichte zur Lage der Biodiversität in den verschiedenen Erdregionen und einen thematischen Bericht zur Landdegradierung veröffentlicht hat, soll der Globale Bericht nun unter anderem aufzeigen, wie die Ziele im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) nach 2020 erreicht werden könnten.

IPBES hat ein Informationsblatt in englischer Sprache erstellt, die die zu erwartenden Inhalte anreißt. Im NeFo-Video geben einer der drei Leiter des Globalen Berichts, Josef Settele (UFZ), sowie Soziologe und Mitautor Jens Jetzkowitz (Museum für Naturkunde Berlin) eine Vorausschau auf die Inhalte (zum Video).

Die Autoren des 2018 erschienenen Regionalen IPBES-Berichts zu Europa und Zentralasien hatten anhand von Modellen zu verschiedenen Zukunftsszenarien aufgezeigt, dass eine nachhaltige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen nur durch eine Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft, vor allem aber durch eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch möglich ist. Eine solche Entkoppelung würde tiefgreifende politische Veränderungen und Reformen auf globaler und nationaler Ebene erfordern.

Ähnlich sieht das der Umweltpolitologe Roland Zieschank von der Freien Universität Berlin. „Wir brauchen ein erweitertes Verständnis von gesellschaftlichem Wohlstand, das zukünftig auch die Qualität von Ökosystemen und Biodiversitätsveränderungen in Betracht zieht." Auf internationaler Ebene finden hier bereits interessante Initiativen statt, sagt Zieschank im aktuellen NeFo-Interview. Leider werden die Politikwissenschaften für die Weiterentwicklungsprozesse der Umweltpolitik noch zu selten rekrutiert.
Zieschank schlägt vor, beispielsweise die offizielle Wirtschaftsberichterstattung viel stärker auf ökologische Nachhaltigkeit auszulegen. Außerdem sollten einflussreiche Institutionen wie das Bundeskanzleramt sich eine Führungsrolle bei der Integration einer Naturpolitik geben, die den Naturschutz und die Stärkung des Naturkapitals einschließt.
 
Zum NeFo-Interview

NeFo ist seit des ersten IPBES-Plenums Mitorganisator des IPBES Stakeholder Day, der einen Tag vor dem offiziellen Plenumsbeginn stattfindet (dieses Jahr am 28.4. in Paris) und der Koordinierung der verschiedenen Interessensgruppen aus Forschung, Verbänden und Industrie dient.  Das 7. IPBES-Plenum selbst wird NeFo mit mehreren Mitarbeiter*innen vor Ort intensiv verfolgen und wie gewohnt im NeFo-Blog kommentieren. Die ersten Blogs fassen die Hintergrundinformationen zu den beiden wichtigsten Verhandlungsthemen, dem Globalen Bericht und dem neuen IPBES-Arbeitsprogramm ab 2020 zusammen.
 
Zum NeFo-Blog

JournalistInnen sind herzlich willkommen, IPBES medial zu begleiten. Für IPBES7 gibt es zwei Arten der Medienakkreditierung:

  •  „Online" (für diejenigen, die nach Genehmigung des Berichts durch das Plenum, aber vor Beginn der Medienkonferenz vorab Zugang zu den Medienmaterialien unter strengem Embargo erhalten möchten) und
  •  „Vor Ort“ (für diejenigen, die an der Eröffnungsfeier und/oder der Medienkonferenz persönlich teilnehmen möchten)
     

Weitere Informationen und Akkreditierung unter: http://bit.ly/IPBES7Media.

Auf Trello und Twitter informiert IPBES aktuell unter den Hashtags #IPBES7 und #GlobalAssessment.

Kontakt:
Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Helmhotz-Zentrum für Umweltforschung UFZ
E-Mail: sebastian [dot] tilch [at] ufz [dot] de
Tel.: 0341 235 1062


Das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) ist ein Projekt zur inter- und transdisziplinären Vernetzung und Sichtbarmachung der Biodiversitätsforschung in Deutschland über Institutionsgrenzen hinweg. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und maßgeblich durchgeführt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig - UFZ sowie dem Museum für Naturkunde Berlin - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung.

Unsere tagesaktuelle Auswahl von Pressemitteilungen aus Biodiversitätsforschung und -politik finden Sie unter www.biodiversity.de und Twitter @Ne_Fo.