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Ohne sie läuft nichts: Bestäuber-Insekten und ihre Rolle für unsere Ernährung

 DSC3207Foto: A. Künzelmann/ UFZDie Zahl und Vielfalt der Bienen, Hummeln und anderer bestäubender Insekten geht seit einigen Jahrzehnten dramatisch zurück – mit schwerwiegenden Folgen für die globale Biodiversität und die Produktion unserer Nahrungsmittel. Das Thema steht daher ganz oben auf der internationalen Naturschutz-Agenda – sowohl in der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD) als auch im Weltbiodiversitätsrat IPBES, dessen erster Bericht das Thema „Bestäubung und Nahrungsmittelsicherheit" umfassend beleuchtet.

Vorab geben wir in einem NeFo-Kurz&Knapp-Faktenblatt einen Überblick darüber, welche Bedeutung bestäubende Insekten haben, welchen Gefahren sie aktuell ausgesetzt sind und wie diese in der internationalen Naturschutzpolitik angegangen werden.

Kurz&Knapp: Bestäubung

Aktuelles Experteninterview Juni

Datenmanagement

DFG fördert Infrastruktur für öffentlich zugängliche Biodiversitätsforschungsdaten und bestimmt Richtlinien zum Datenmanagement


-Interview mit PD Dr. Birgit Gemeinholzer, DFG-Senatskommission

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Der Umgang mit den Wäldern der Erde sollte sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren

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Foto: Joakim Berglund / Airpictures.se
Die Staatengemeinschaft der Übereinkunft über die Biologische Vielfalt CBD hat im Oktober 2010 im so genannten Strategischen Plan 2020 beschlossen, die Verlustrate aller natürlichen Habitate einschließlich der Wälder bis 2020 zumindest zu halbieren und, wo umsetzbar, gar ganz zu stoppen. Diese Ziele sollten nun in von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht übertragen werden. Da der Verlust der biologischen Vielfalt viele politische und wirtschaftliche Bereiche betrifft, bedeutet dies auch, das Ziel des Schutzes über andere bisher höher gestellte Interessen zu stellen. Dass die zu erwartenden Widerstände äußerst hoch sein können, zeigt derzeit das Beispiel Brasilien. Dort hat das Parlament eine Neuauflage des Forstgesetzes beschlossen. Die neuen Regelungen Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der wichtigen Funktionen der Regenwälder aufweichen.

Brasilien hatte in den letzten Jahren seine Entwaldungsrate bereits gesenkt. Die Aussicht auf die Neuregelung hat diesen Trend nun bereits umgekehrt, was neueste Meldungen stark gestiegener Abholzungsraten aus der Mato Grosso Region belegen. Forschende in Brasilien und Deutschland befürchten dramatische Auswirkungen auf die Biodiversität und damit auf die davon abhängenden Menschen vor Ort bzw., durch die globale Bedeutung des Amazonasregenwaldes für das Weltklima, auch für die restliche Welt. Der Amazonasregenwald enthält ein Sechstel des weltweit in der Natur gespeicherten Kohlenstoffs. „Wir können uns keine Erhöhung der Entwaldungsrate mehr leisten, wollen wir ernsthaft die durchschnittliche Klimaerwärmung unter 2°C halten." meint Prof. Andreas Huth vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. Deutsche Biodiversitätsforschende haben die Auswirkungen stärkster Abholzung und Fragmentierung hochdiverser Regenwälder in Brasilien bereits intensiv untersucht.

Die Auswirkungen können also relativ gut eingeschätzt werden, wenn auch immer Unsicherheiten bleiben, etwa bei der Frage, ob es im Amazonas zu einem Kipp-Punkt kommen kann, an dem das gesamte Ökosystem in seiner jetzigen Form verloren geht. Prof. Elisabeth Kalko von der Universität Ulm und Vorsitzende von DIVERSITAS Deutschland e.V. warnt: „Daher ist meiner Meinung nach ein ganz wichtiger Punkt, parallel zu den Modellierungen und Simulierungen das Vorsorgeprinzip nicht außer acht zu lassen. Wir wissen im Grunde schon sehr viel über die Funktion von Ökosystemen und sollten daher weiterhin alles daran setzen, die jetzige Situation zu stabilisieren." Auf den folgenden Seiten haben wir Beispiele für Forschungsprojekte und Meinungen involvierter Forscher zusammengetragen, die sich mit den Auswirkungen der nicht-nachhaltigen Nutzung der Regenwälder der Welt befassen.

Zum Themenpaket "Regenwald"

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"Wissenschaftliche Fortschritte sind entscheidend, um Herausforderungen globaler Natur sinnvoll anzugehen."

 (Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, 9. November 2011)