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Aufruf zur Online-Bewertung der Natura2000-Gesetzgebung bis 24.07.2015

Die EU-Kommission evaluiert derzeit die EU-Naturschutzgesetzgebung zu Natura2000-Schutzgebieten. Hierfür bittet sie auf ihrer Webseite um inhaltliche Kommentierung. Der Online-Fragebogen dauert ca. 15 Minuten. Ein beschleunigtes Verfahren bieten einige Naturschutzverbände an. Hier wird nur der nicht-fachliche Teil der EU-Fragen beantwortet. Achtung: Die Teilnahme ist nur einmal möglich. Die Nutzung des Schnellverfahrens schließt die erneute Teilnahme an der gesamten Befragung aus.

Für weitere Informationen zu Expertenfragen und Empfehlungen kontaktieren Sie bitte Katrin.Reuter@mfn-berlin.de

→zur Online-Konsultation der EU-Kommission

→zum Schnellverfahren der Naturschutzverbände

22. Mai - Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt

[NeFo-Presse] Die Biodiversitätsforschung muss sich an neue Herausforderungen anpassen

Biodiversität wird zunehmend als Element globaler Zukunftsfragen denn als eigenes Politik und - Forschungsfeld gesehen. Das macht eine Anpassung von Forschungsstrategien und Förderungen notwendig. Ende September sollen durch die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen wichtige umweltpolitische Weichen gestellt werden. Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Biodiversität soll dabei als Kernziel verankert werden und so in andere Politikbereiche wie Klimawandel, Urbanisierung u.a. Eingang finden. Hierfür ist ein Verständnis der Zusammenhänge zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Schwund der natürlichen Ressourcen bzw. Lebensräume einerseits, der Bedeutung der biologischen Vielfalt für das menschliche Wohlergehen andererseits unumgänglich. Was das Wirken in diesem politischen Umfeld konkret für künftige Aufgaben, die Organisation und die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaft in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahre bedeutet, diskutierten rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Öffentlichkeit beim NeFo-Symposium „Biodiversitätsforschung – Quo vadis?" am 19. und 20. Mai in Berlin.

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Forschungsakteure zur Biodiversität

 
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Der Umgang mit den Wäldern der Erde sollte sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren

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Foto: Joakim Berglund / Airpictures.se
Die Staatengemeinschaft der Übereinkunft über die Biologische Vielfalt CBD hat im Oktober 2010 im so genannten Strategischen Plan 2020 beschlossen, die Verlustrate aller natürlichen Habitate einschließlich der Wälder bis 2020 zumindest zu halbieren und, wo umsetzbar, gar ganz zu stoppen. Diese Ziele sollten nun in von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht übertragen werden. Da der Verlust der biologischen Vielfalt viele politische und wirtschaftliche Bereiche betrifft, bedeutet dies auch, das Ziel des Schutzes über andere bisher höher gestellte Interessen zu stellen. Dass die zu erwartenden Widerstände äußerst hoch sein können, zeigt derzeit das Beispiel Brasilien. Dort hat das Parlament eine Neuauflage des Forstgesetzes beschlossen. Die neuen Regelungen Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der wichtigen Funktionen der Regenwälder aufweichen.

Brasilien hatte in den letzten Jahren seine Entwaldungsrate bereits gesenkt. Die Aussicht auf die Neuregelung hat diesen Trend nun bereits umgekehrt, was neueste Meldungen stark gestiegener Abholzungsraten aus der Mato Grosso Region belegen. Forschende in Brasilien und Deutschland befürchten dramatische Auswirkungen auf die Biodiversität und damit auf die davon abhängenden Menschen vor Ort bzw., durch die globale Bedeutung des Amazonasregenwaldes für das Weltklima, auch für die restliche Welt. Der Amazonasregenwald enthält ein Sechstel des weltweit in der Natur gespeicherten Kohlenstoffs. „Wir können uns keine Erhöhung der Entwaldungsrate mehr leisten, wollen wir ernsthaft die durchschnittliche Klimaerwärmung unter 2°C halten." meint Prof. Andreas Huth vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. Deutsche Biodiversitätsforschende haben die Auswirkungen stärkster Abholzung und Fragmentierung hochdiverser Regenwälder in Brasilien bereits intensiv untersucht.

Die Auswirkungen können also relativ gut eingeschätzt werden, wenn auch immer Unsicherheiten bleiben, etwa bei der Frage, ob es im Amazonas zu einem Kipp-Punkt kommen kann, an dem das gesamte Ökosystem in seiner jetzigen Form verloren geht. Prof. Elisabeth Kalko von der Universität Ulm und Vorsitzende von DIVERSITAS Deutschland e.V. warnt: „Daher ist meiner Meinung nach ein ganz wichtiger Punkt, parallel zu den Modellierungen und Simulierungen das Vorsorgeprinzip nicht außer acht zu lassen. Wir wissen im Grunde schon sehr viel über die Funktion von Ökosystemen und sollten daher weiterhin alles daran setzen, die jetzige Situation zu stabilisieren." Auf den folgenden Seiten haben wir Beispiele für Forschungsprojekte und Meinungen involvierter Forscher zusammengetragen, die sich mit den Auswirkungen der nicht-nachhaltigen Nutzung der Regenwälder der Welt befassen.

Zum Themenpaket "Regenwald"

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"Wissenschaftliche Fortschritte sind entscheidend, um Herausforderungen globaler Natur sinnvoll anzugehen."

 (Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, 9. November 2011)