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15. Februar 2010 - Berlin


2010-Ziele verfehlt! Hilft die Forschung?

Welchen Beitrag kann die deutsche Biodiversitätsforschung zur Formulierung und Umsetzung von post-2010 Biodiversitäts-Zielen leisten? - Ein Workshop zur Positionsfindung

Biodiversität zu messen ist skalenabhängig und aufwändig und entsprechend ist die Quantifizierung des Verlustes von Biodiversität eine große Herausforderung. Es gibt verschiedene Ansätze, die Veränderung in der Biodiversität zu beziffern. Die Methoden reichen von der Analyse der Verbreitung und Abundanz von Arten bis zum Assessment von Umweltdienstleistungen. Die Mitgliedsstaaten der CBD haben beschlossen, den Verlust an Biodiversität aufzuhalten, und die Europäische Union wollte ihn sogar stoppen. Glaubt man jedoch den Indikatoren der Europäischen Umweltagentur (EEA), die in jahrelangen Prozessen (SOER – State of the Environment Report) erarbeitet wurden, wurden die 2010 Ziele auf allen Ebenen verfehlt.

Die Fragen, denen dieser Workshop nachgehen soll, ist zum einen eine Lückenanalyse. Welche Wissensdefizite, Machtverhältnisse und Entscheidungspfade haben zum Verfehlen der 2010 Ziele geführt? Wurden die richtigen Indikatoren ausgewählt? Wurde die richtige räumliche Skala betrachtet? Zum anderen sollen weitergehende wissenschaftliche Fragen bearbeitet werden. Dazu gehören Fragen zum Verhältnis zwischen Mensch und Natur: Auf welchem Naturverständnis beruht die Auswahl der Indikatoren? Was sind gute und was sind schlechte Veränderungen? Was genau soll indiziert werden?

Aber auch Fragen der Datenverfügbarkeit spielen eine Rolle. In welchem Zusammen- hang stehen Landnutzungsänderungen mit einer Veränderung der Biodiversität, und welche Rolle spielt der rezente schnelle Klimawandel dabei?

Der Workshop soll vor allem die Anforderungen an die Biodiversitätsforschung klarer identifizieren. Der Dialog dient zum einen dazu, politische Entscheidungsträger mit dem Wesen der Indikatoren bekannt zu machen, und die Wissenschaftler mit den Anforderungen von „Entscheidungswissen“. Daher steht im ersten Teil die politische Einordnung und die Lückenanalyse im Vordergrund, am zweiten Tag die Weiterentwicklung bzw. Veränderung der Indikatoren. In der Synthese soll dann deutlich werden, welchen wissenschaftlichen Forschungsbedarf und welchen politischen Handlungsbedarf es gibt, und an welche Prozesse die Handlungsbedarfe am günstigsten anknüpfen. Der Diskussionsprozess soll weitergeführt werden und das in den Arbeitsgruppen entwickelte Thesenpapier soll auf einer Session der BIOLOG Europa Abschluss- konferenz vorgestellt und weiterentwickelt werden.

Das entstandene Positionspapier ist in Natur und Landschaft 85 (2010): 07und kann hier bestellt werden.

Programm und Flyer finden Sie hier

 

Ansprechpartner für Rückfragen:

Dr. Katrin Vohland
Museum für Naturkunde
Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
10115 BerlinTel: +49 -30 - 2093 8945
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.