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Im nefo_nackt-Interview: Prof. Dr. Gerhard Haszprunar

"Ich rechne damit, dass bereits in wenigen Jahren die Barcode-Identifizierung von Arten eine Routineangelegenheit sein wird."

haszi364x308In Bayern entsteht ein neuer Katolog des Lebens: Die Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München haben das ehrgeizige Ziel, jeder bayerischen Tierart einen molekularen Identifizierungs-Code zu verpassen - einen sogenannten DNA-Barcode, ganz so wie im Supermarkt. Über Ziele und Bedeutung des auch international hoch beachteten Projektes Barcoding Fauna Bavarica sprachen wir mit dem Projektleiter, Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns.


Herr Haszprunar, Barcode - das klingt erstmal nach Ware und Supermarktkasse. Wenn man bedenkt, dass es hier um Natur und Leben geht,  klingt das zuerst einmal bedrohlich, fast wie im Fall genetisch veränderter Organismen. Was bedeutet es für Sie persönlich, der gesamten Fauna Bayerns einen Strichcode zu verpassen?

Barcode bedeutet nichts anderes als ein spezifisches Merkmal festzulegen, anhand dessen man Unterscheidungen identifizieren kann. An der Kasse im Supermarkt sind das verschiedene Waren zu verschiedenen Preisen. Die Natur nutzt so einen ganz individuellen Code fast seit Beginn des Lebens. In diesem Falle allerdings nicht als schwarz-weißer Strichcode, sondern in Form der DNA-Basenpaare, die als vier Buchstaben (ATCG) geschrieben werden. Wir haben diesen Code also nicht erfunden, wir können ihn aber nutzen, und zwar zur schnelleren Datenverarbeitung wenn Arten identifiziert werden müssen. Sei dies in der Naturschutzforschung beim Monitoring oder auch beim Zoll, wenn beispielsweise illegal gehandelte Arten identifiziert werden sollen. Es war zunächst einmal eine nicht ganz einfache Aufgabe, unser Staatsministerium von der Sinnhaftigkeit des Projektes zu überzeugen - das ist gelungen und das freut uns natürlich sehr. Die Herausforderung lag hier weniger in der Ängstlichkeit der breiten Öffentlichkeit begründet, als vielmehr in der Skepsis auch vieler Fachkollegen. Für meine Mitarbeiter und mich persönlich steht jetzt in der Durchführung vor allem die organisatorische Leistung im Vordergrund, von allen bayerischen Arten brauchbare Proben zu bekommen - und natürlich auch noch mehr Mittel, um das Projekt zu Ende zu bringen.

 

Was ist das Ziel des Gesamtprojektes?

Das Barcoding Fauna Bavarica-Projekt fügt sich nahtlos in die internationale Agenda des "Barcoding of Life" ein. Das ist entscheidend, da Arten keine Staatsgrenzen kennen und grundsätzlich global zu betrachten sind. Das Endprodukt sollte sein, zumindest von allen bekannten Arten (derzeit ca. 1,6 - 1,8 Millionen Tierarten) jeweils zehn Exemplare in der Datenbank zu haben, um auch Variationsbreite der verwendeten Gensequenz (hier handelt es sich um einen Teil des mitochondrialen Gens zur Codierung des Atmungsenzyms Cytochrom-Oxidase I) abschätzen zu können. Man muss sich aber darüber klar werden, dass noch Millionen von Arten darauf warten, entdeckt zu werden. Ein Ende im engeren Sinn wird es also nicht geben - bedeutende Fortschritte aber ganz sicher und zwar schon in der nahen Zukunft.

 

Wieso reicht es nicht mehr, Arten wie bisher zu bestimmen?

Zu einem: Artbestimmung war und ist niemals unfehlbar - sonst gäbe es keine taxonomischen Revisionen. Viele Arten, die in Form von Geweberesten, unterschiedlicher Altersstadien (Eier und Larven) und Fäkalspuren vorliegen, sind nur mit DNA-barcoding eindeutig bestimmbar - sofern die Art im Katalog vorhanden ist. Genauso wichtig ist aber in der Praxis der Zeit = Geld-Aufwand pro Bestimmung: Tagpfauenaugen, Pirole und Rehböcke wird man auch zukünftig per Augenschein bestimmen können. Bei den allermeisten Arten braucht aber selbst der Spezialist , von denen es leider immer weniger gibt, ehr viel Zeit und Aufwand. Hier erwarten wir eine ganz wesentliche Effizienzsteigerung der taxonomischen Praxis.

 

Wozu braucht man denn bei einer solch effizienten Technologie noch Taxonomen? Gefährden Sie mit dieser neuen Methode nicht die Arbeitsplätze ihrer Fachkollegen?

Im Gegenteil: Gerade die Erstellung des Kataloges ist ohne Fachtaxonomen gar nicht möglich - und deren Mangel ist in der Tat das größte Handicap im BFB-Projekt. Aber auch danach wird der Fachtaxonom aufgrund der immensen Zahl noch unbeschriebener Arten ein wichtiges Betätigungsfeld für Jahrhunderte vorfinden. Es geht darum, die Routinebestimmungen besser und effizienter zu machen und die Anwendungs- und Einsatzmöglichkeiten deutlich zu erweitern.

 

Welchen Nutzen können Politik und Gesellschaft aus den mit Barcoding erreichten Forschungsergebnissen ziehen?

Eine präzise Bestimmungsmethodik aller biologischen Reste wird damit allgemein verfügbar - das gilt für Behörden, Firmen und Staatsbürger gleichermaßen. Das erleichtert Entscheidungen, da man diese auf Grund von Resultaten statt Meinungen treffen kann. Schon heute bieten Privatfirmen Sequenzierungen als Dienstleistung an, nur der Vergleichskatalog fehlt noch und der wird jetzt erstellt. Das geht bis in die Lebensmittelindustrie, wo beispielsweise Sushi-Inhalte, Rohgehacktes oder Kaviarangebote auf Art getestet werden können. Blumenzwiebel lassen sich auf Herkunft untersuchen und Schädlinge sind bereits als Ei oder Larve eindeutig identifizierbar. Die Anwendungsmöglichkeiten weiten sich derzeit rasant aus. Ich rechne damit, dass bereits in wenigen Jahren die Barcode-Identifizierung eine Routineangelegenheit sein wird.

 

Auch wenn die Sequenzierer immer schneller und effizienter werden: Alle Organismen zu sequenzieren klingt nach einem teuren Auftrag. Was kostet die Sequenzierung der bayrischen Fauna?

Lächerlich wenig. Durch die Zusammenarbeit mit dem IBOL-Zentrum in Guelph (Kanada) müssen wir für die Sequenzierung selbst kaum Mittel einsetzen. Die Hauptkosten liegen im Aufbringen und Vorbereiten der Proben - ersteres bedarf taxonomischen Fachwissens, letzteres ist Arbeit technischer Angestellter, die zu bezahlen ist. Wir schätzen, mit den derzeit bewilligten Mitteln (750.000 € für 5 Jahre) ca. 10-12.000 Arten, also etwa ein knappes Drittel der Bayerischen Fauna, abdecken zu können. Das klingt wenig, wird aber durch die fokussierte Auswahl auf ökologisch und ökonomisch wichtige Arten und Gruppen trotzdem einen substanziellen Input haben.

 

Welche Vision haben Sie mit Barcoding? Wie sieht die Welt (der Taxonomen) in 20 Jahren aus?

Barcoding stellt dann eine unverzichtbare Grundlage für Artidentifikation dar - es ist aber nicht die höchste Instanz der Taxonomie: Wir haben beim BFB-Projekt selbst in gut untersuchten Gruppen wie etwa bei Schmetterlingen ca. fünf Prozent kryptische (d.h. morphologische nicht differenzierbare) Arten entdeckt. Bei Kleininsekten (z.B. parasitische Hymenoptera wie Schupf- oder Erzwespen) erwarten wir eine Fülle neuer Arten auch in Bayern. Da ist der Fachtaxonom sofort wieder gefragt: die Lösung heißt nicht Ersatz- sondern Integrationstaxonomie.

 

Wie lange, denken Sie, wird es dauern, alle Arten der Welt mit einem Code zu versehen?

Das steht und fällt mir den eingesetzten Mitteln. Der gewaltige Fortschritt auf der internationalen Ebene lässt hier aber bereits in  wenigen Jahren einen hohen Deckungsgrad bei vielen Tiergruppen erwarten.

 

Die UN hat ja 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt gemacht, um die Dringlichkeit zu verdeutlichen, mit der der Schutz unseres Naturkapitals vorangetrieben werden muss. Wissen ist sicherlich die beste Grundlage für solche Überzeugungsarbeit. Mit welchen Mitteln sollte Ihrer Meinung nach diese Wissen an die Menschen gebracht werden?

Die Artendatenbanken aus dem Barcoding-Projekt sind ja im Internet frei zugänglich. Alleine ist das aber sicherlich zu wenig, denn das setzt eine große Vorbildung in diesem Bereich voraus. In der Umweltfrage ist vor allem Breitenbildung insbesondere der Jugend entscheidend: Was man nicht kennt, das schätzt man nicht und man vermisst es auch nicht, wenn es nicht mehr da ist. Hier kommt den Naturkundemuseen eine zentrale Bildungsaufgabe zu, die auch international bereits klar artikuliert wurde. Wir sind daher sehr froh, dass sich das bayrische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst dafür einsetzen will, ein "Naturkundemuseum Bayern" zu realisieren. Unser flächenmäßig kleines "Museum Mensch & Natur", das gerade sein 20-jähriges Bestehen feiert, schreibt mit seinem Motto "Naturkunde als Erlebnis" bereits jetzt jedes Jahr tolle Besucherzahlen von über 200.000 und soll dazu in das Nachbarareal auf mindestens die doppelte Fläche erweitert werden. Man kann nur hoffen, dass dieses für die Umweltbildung in ganz Bayern extrem wichtige Projekt in schwierigen Zeiten wie diesen die notwendige Unterstützung aus Politik und Öffentlichkeit findet.

 

Weitere Fragen bitte an Sebastian Tilch. 

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Barcode, das klingt erstmal nach Ware und Supermarktkasse. Wenn man
bedenkt, dass es hier um Natur geht, also Leben, klingt das zuerst
einmal bedrohlich, fast wie genetisch veränderte Organismen. Was
bedeutet es für Sie persönlich, der gesamten Fauna Bayerns einen
Strichcode zu verpassen?
#GH: Barcode bedeutet nichts anderes als ein spezifisches Merkmal festzulegen, anhand dessen man Unterscheidungen identifizieren kann. An der Kasse im Supermarkt sind das verschiedene Waren zu verschiedenen Preisen. Die Natur nutzt so einen ganz individuellen Code fast seit Beginn des Lebens. In diesem Falle allerdings nicht als schwarz-weißer Strichcode, sondern in Form der DNA-Basenpaare, die als vier Buchstaben (ATCG) geschrieben werden. Wir haben diesen Code also nicht erfunden, wir nutzen ihn aber, und zwar zur schnelleren Datenverarbeitung wenn Arten identifiziert werden müssen. Sei dies in der Naturschutzforschung beim Monitoring oder auch beim Zoll, wenn beispielsweise illegal gehandelte Arten identifiziert werden sollen.
Es war zunächst einmal eine nicht ganz einfache Aufgabe, unser
Staatsministerium von der Sinnhaftigkeit des Projektes zu überzeugen -
das ist gelungen. Die Herausforderung lag er weniger in der
Ängstlichkeit der breiten Öffentlichkeit begründet als vielmehr in der
Skepsis auch vieler Fachkollegen. Für meine Mitarbeiter und mich
persönlich steht jetzt in der Durchführung vor allem die
organisatorische Leistung im Vordergrund, von allen bayerischen Arten
brauchbare Proben zu bekommen - und natürlich auch noch mehr Mittel, um
das Projekt zu Ende zu bringen.

* Was ist das Ziel des Gesamtprojektes?
#GH: Das Barcoding Fauna Bavarica-Projekt fügt sich nahtlos in
die internationale Agenda des “Barcoding of Life” <
http://www.ibolproject.org/ >. Das ist auch inhaltlich entscheidend, da
Arten keine Staatsgrenzen kennen und grundsätzlich global zu betrachten
sind. Das Endprodukt sollte sein, zumindest von allen bekannten Arten
(derzeit ca. 1,6 - 1,8 Millionen Tierarten) jeweils 10 Exemplare in der
Datenbank zu haben, um auch Variationsbreite der verwendeten Gensequenz
(ein Teil des mitochondrialen Gens zur Codierung des Atmungsenzyms
Cytochrom-Oxidase I) abschätzen zu können. Man muss sich aber darüber
klar werden, dass noch Millionen von Arten darauf warten, entdeckt zu
werden. Ein Ende im engeren Sinn wird es also nicht geben - bedeutende
Fortschritte aber ganz sicher und zwar schon in der nahen Zukunft.

* Wieso reicht es nicht mehr, Arten wie bisher zu bestimmen? Welche
Schwierigkeiten haben die Taxonomen?
#GH: Zu einem: Artbestimmung war und ist niemals unfehlbar - sonst gäbe
es keine taxonomischen Revisionen. Viele Arten, aber analog zur
Kriminalistik noch mehr Gewebereste, Stadien (Eier und Larven) und
Fäkalspuren sind nur mit DNA-barcoding eindeutig bestimmbar - sofern die
Art im Katalog vorhanden ist. Gleich wichtig ist aber in der Praxis der
Zeit = Geld-Aufwand pro Bestimmung: Tagpfauenaugen, Pirole und Rehböcke
wird man auch zukünftig per Augenschein bestimmen können, bei den
allermeisten Arten braucht aber selbst der Spezialist - von denen es
leider immer weniger gibt - sehr viel Zeit und Aufwand. Hier erwarten
wir eine ganz wesentliche Effizienzsteigerung der taxonomischen Praxis.

* Wozu braucht man da noch Taxonomen? Gefährden Sie mit dieser neuen
Methode nicht die Arbeitsplätze ihrer Fachkollegen?
#GH: Im Gegenteil: gerade die Erstellung des Kataloges ist ohne
Fachtaxonomen gar nicht möglich - und deren Mangel ist in der Tat das
größte Handicap im BFB-Projekt. Aber auch danach wird der Fachtaxonom
aufgrund der immensen Zahl noch unbeschriebener Arten (s.o.) ein
wichtiges Betätigungsfeld für Jahrhunderte vorfinden. Es geht darum, die
Routinebestimmungen besser und effizienter zu machen und die Anwendungs-
und Einsatzmöglichkeiten deutlich zu erweitern..

* Wie lange, denken Sie, wird es dauern, alle Arten der Welt mit einem
Code zu versehen?
#GH: Das steht und fällt mir den eingesetzten Mitteln. Der gewaltige
Fortschritt auf der internationalen Ebene lässt hier aber bereits in
wenigen Jahren einen hohen Deckungsgrad bei vielen Tiergruppen erwarten.

* Auch wenn die Sequenzierer immer schneller und effizienter werden:
Alle Organismen zu sequenzieren klingt nach einem teuren Auftrag. Was
kostet die Sequenzierung der bayrischen Fauna?
#GH: Lächerlich wenig. Durch die Zusammenarbeit mit dem IBOL-Zentrum in
Guelph (Kanada) müssen wir für die Sequenzierung selbst kaum Mittel
einsetzen. Die Hauptkosten liegen im Aufbringen und Vorbereiten der
Proben - ersteres bedarf taxonomischen Fachwissens, letzteres ist
TA-Arbeit, die zu bezahlen ist. Wir rechnen damit, mit den derzeit
bewilligten Mitteln (750.000 € für 5 Jahre) ca. 10-12.000 Arten, also
etwa ein knappes Drittel der Bayerischen Fauna abdecken zu können. Das
klingt wenig, wird aber durch die fokussierte Auswahl auf ökologisch und
ökonomisch wichtige Arten und Gruppen trotzdem einen substanziellen
Input haben.

* Wieso sollte die Gesellschaft das tragen? Welchen Nutzen können
Politik und Gesellschaft aus den mit Barcoding erreichten
Forschungsergebnissen ziehen?
#GH: Eine präzise (d.h. Resultate statt Meinungen) Bestimmungsmethodik
aller biologischen Reste wird damit allgemein verfügbar - das gilt für
Behörden, Firmen und Staatsbürger gleichermaßen. Schon heute bieten
Privatfirmen Sequenzierungen als Dienstleistung an - nur der
Vergleichskatalog fehlt noch und der wird jetzt erstellt. Das geht bis
in die Lebensmittelindustrie, wo beispielsweise Sushi-Inhalte,
Rohgehacktes oder Kaviarangebote auf Art getestet werden können.
Blumenzwiebel lassen sich auf Herkunft untersuchen und Schädlinge sind
bereits als Ei oder Larve eindeutig identifizierbar. Die
Anwendungsmöglichkeiten weiten sich derzeit rasant aus. Ich rechne
damit, dass bereits in wenigen Jahren Barcode-Identifizierung eine
Routineangelegenheit sein wird.

* Welche Vision haben Sie mit Barcoding? Wie sieht die Welt (der
Taxonomen) in 20 Jahren aus?
#GH: Barcoding stellt dann eine unverzichtbare Grundlage für
Artidentifikation dar - es ist aber nicht die höchste Instanz der
Taxonomie: wir haben beim BFB-Projekt selbst in gut untersuchten Gruppen
wie etwa bei Schmetterlingen ca. 5 Prozent kryptische (d.h.
morphologische nicht differenzierbare) Arten entdeckt - bei
Kleininsekten (z.B. parasitische Hymenoptera wie Schupf- oder Erzwespen)
erwarten wir eine Fülle neuer Arten auch in Bayern. Da ist der
Fachtaxonom sofort wieder gefragt: die Lösung heißt nicht Ersatz-
sondern Integrationstaxonomie.

* Die UN hat ja 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt gemacht, um die
Dringlichkeit zu verdeutlichen, mit der der Schutz unseres Naturkapitals
vorangetrieben werden muss. Wissen ist sicherlich die beste Grundlage
für solche Überzeugungsarbeit. Mit welchen Mitteln sollte Ihrer Meinung
nach diese Wissen an die Menschen gebracht werden?
#GH: Der Einsatz von Barcoding ist stark WWW-basiert und zusammen mit
Arten-Steckbriefen frei zugänglich. Das bedingt automatisch auch einen
Bildungsvektor. Alleine ist das aber sicherlich zu wenig, in der
Umweltfrage ist vor allem Breitenbildung insbesondere der Jugend
entscheidend: Was man nicht kennt, das schätzt man nicht und man
vermisst es auch nicht, wenn es nicht mehr da ist.
Hier kommt den Naturkundemuseen eine zentrale Bildungsaufgabe zu, die
auch international bereits klar artikuliert wurde. Wir sind daher sehr
froh, dass unser Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst,
Dr. Heubisch, sich dafür einsetzen will, ein “Naturkundemuseum Bayern”
zu realisieren. Unser flächenmäßig kleines (nur ca. 2500 m2) Museum
Mensch & Natur, das gerade sein 20-jähriges Bestehen feiert, schreibt
mit seinem Motto “Naturkunde als Erlebnis” bereits jetzt jedes Jahr
tolle Besucherzahlen (>200.000) und soll dazu in das Nachbarareal auf
mindestens die doppelte Fläche erweitert werden. Man kann nur hoffen,
dass sich für dieses Projekt, das für die Umweltbildung in ganz Bayern
extrem wichtig wäre, in schwierigen Zeiten wie diesen die notwendige
Unterstützung aus Politik und Öffentlichkeit findet.