Das NeFo-Team wünscht allen Lesern des Newsletter eine schöne Weihnachtszeit und einen Guten Start aus dem Jahr der Biodiversität ins Jahr 2011.
Wir bedanken uns auch für die vielfältige Unterstützung aus der Biodiversitätsforschung in Deutschland im Jahr der Biodiversität 2010.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
die 10. Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversität in Nagoya war sicherlich eine der wichtigsten Ereignisse in diesem internationalen Jahr der biologischen Vielfalt. Die Beschlüsse der CBD müssen nach einigen Jahren der Stagnation in der internationalen Biodiversitätspolitik als wegweisend für ihre Weiterentwicklung angesehen werden. Der neue strategische Plan für die Umsetzung der CBD bis 2020 macht deutlicher denn je, dass es beim Erhalt der Biodiversität um die Lebensgrundlage der Menschheit geht- und dass zu ihrem Erhalt zentrale gesellschaftliche Veränderungen notwendig sind, u. a. drückt sich dies im Ziel aus, bis 2020 biodiversitätsschädigende Subventionen auslaufen zu lassen. Daneben ist vor allem die Verabschiedung des Protokolls zum gerechten Vorteilsausgleich (ABS-Protokoll) von besonderer Bedeutung (zu weiteren Informationen, siehe Newsletter).
Wichtiger als die Beschlüsse selbst ist aber ihre ernsthafte Umsetzung, die durchaus besondere Herausforderungen stellt – auf nationaler wie internationaler Ebene. Schon bei der Konferenz selbst zeigte sich, dass die Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die politischen Entscheidungen nach wie vor zu wenig stattfindet. Deswegen muss die Wissenschaft auch nach dem Jahre 2010 hier am Ball bleiben. Eine gute Möglichkeit bietet die von der UN geplante und durch die CBD explizit unterstützte Einrichtung des zwischenstaatlichen wissenschaftlichen Politikberatungsgremiums zu Biodiversität (IPBES, weitere Informationen im Newsletter). Die UN-Generalversammlung hat das UN-Umweltprogramm UNEP beauftragt, die Einrichtung von IPBES weiterzubringen. Es ist sehr zu begrüßen, dass Deutschland anstrebt, das Sekretariat von IPBES in Bonn anzusiedeln, und damit auch die Einbindung deutscher Expertise in dessen Arbeit zu erleichtern.
Das Jahr 2010 hat gezeigt, wie wichtig diese Einbindung ist – und die Nachfrage nach Expertise durch NeFo, an DIVERSITAS-Deutschland und an die zahlreichen Institutionen der Biodiversitätsforschung in Deutschland in diesem Jahr hat gezeigt, dass eine bessere Vernetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit der gesellschaftlichen und politischen Debatte um die Nutzung und den Schutz der natürlichen Ressourcen mehr und mehr nachgefragt wird.
Auf nationaler Ebene wurde deshalb, koordiniert von NeFo, ein Positionspapier zum geplanten Bundesprogramm zur biologischen Vielfalt verfasst, das das bisherige Konzept der Bundesregierung wissenschaftlich beleuchtet und Notwendigkeiten aus Sicht der Forschung zusammenträgt. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für alle Beiträge zu diesem Papier bedanken (Link siehe unten im Newsletter).
Es gibt aber noch viel zu tun, so auch im Jahr der Wälder 2011.
Im Folgenden möchten wir Sie aber, wie bisher, mit aktuellen Meldungen und Terminen aus der Biodiversitätsforschung und -politik versorgen.
Und es ist wieder viel Spannendes dabei.
Viele Grüße Ihr NeFo-Team
Aus der NeFo-Arbeit
Stellungnahme der Biodiversitätsforschung zum geplanten Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Im Herbst koordinierte NeFo eine Stellungnahme aus der Forschung zum geplanten Bundesprogramm, das Umsetzungsprojekte des Naturschutzes zur Unterstützung der Nationalen Biodiversitätsstrategie mit jährlich 15 Millionen Euro fördern soll. Die Stellungnahme analysiert den Wissensstand zu den geplanten Schwerpunkten und formulierte Ansätze für eine programmbegleitende Forschung. Am Papier haben über 40 Expertinnen und Experten aus der Biodiversitätsforschung mitgewirkt.
Link zur Stellungnahme
NeFo fördert Workshop zur ehrenamtlichen Forschung auf dem Gebiet der Biodiversität
Der Deutsche Rat für Landespflege veranstaltet am 12. Januar 2011 im Zoologischen Museum Alexander Koenig Bonn einen Workshop mit dem Titel „Perspektiven für die ehrenamtliche wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Biodiversität – Datensammlung, Transfer und Nutzung für die wissenschaftliche und praktische Anwendung“. Eingeladen sind Expertinnen und Experten aus wiss. Vereinigungen, Verbänden, staatlichen Verwaltungen, Planungsinstitutionen und wiss. Einrichtungen, die sich mit Fragen der biologischen Vielfalt und des Naturschutzes befassen.
→Programm und Anmeldung
NeFo-Studie zur Biodiversitätsforschung in Deutschland
Die Biodiversitätsforschung in Deutschland erhält etwa 60 Mio. Euro jährlich und ist durch die Abdeckung verschiedener Organismengruppen und Ökosysteme sowie Methoden und Disziplinen breit aufgestellt und international vernetzt. In einer Studie haben Elisabeth Marquard (Univ. Potsdam) und Markus Fischer (Univ. Potsdam & Univ. Bern) eine Übersicht erarbeitet und die Ergebnisse analysiert. Die größte Herausforderung liegt in einer stärkeren Vernetzung innerhalb der Forschung und einem intensivierten Dialog mit der Öffentlichkeit sowie einer Anpassung der Förderrichtlinien, um Beiträge der Biodiversitätsforschung auch in naturschutzrelevanter oder sozioökonomischer Forschung zu unterstützen.
Studie
Anhang 1
Anhang 2
NeFo-Studie zu Ausbildungsmöglichkeiten in der Biodiversitätsforschung Im Rahmen einer umfassenden Analyse der Ausbildungssituation an deutschen Universitäten und Fachhochschulen hat NeFo ein Informationsangebot zu verfügbaren Lehrangeboten zum Thema 'Biodiversität' zusammengestellt. Die Studie, verfasst durch Dr. Katja Schiffers und Prof. Florian Jeltsch von der Universität Potsdam, basiert auf einer Auswertung der Lehrangebote, eines Online-Fragebogens sowie einer Umfrage unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in diesem Bereich.
Link zur Studie
Europäische Biodiversitätsplattformen stellen ihre Arbeit bei NeFo-geleitetem Side-Event der COP 10 vor
Unter dem Titel: „Science-Policy Interfaces for Biodiversity – Examples from Europe” hatte NeFo Kolleginnen und Kollegen verschiedener europäischer Biodiversitätsplattformen zu einem Side-Event in Nagoya eingeladen, verschiedene Schwerpunkte ihrer jeweiligen Arbeit darzustellen. Rund 50 COP-Besucher nahmen an der Veranstaltung teil, unter ihnen Delegierte verschiedener Staaten, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftsverbünden.
Zu den einzelnen Vorträgen
Neuigkeiten von der CBD - Schwerpunkt COP10
Beschlüsse der COP10
Die Ergebnisse der 10.Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya sind mittlerweile in einer fortgeschrittenen editierten Version erschienen:
→Beschlüsse der CBD COP10
Kurzeinschätzung der Ergebnisse der COP10
NeFo hat die wichtigsten Ergebnisse für Sie kurz zusammengefasst und eine erste Analyse des sich ergebenden Forschungsbedarfes erstellt.
Kurzzusammenfassung der Ergebnisse (NeFo)
Forschungsbedarf (NeFo und Leibniz-Verbund Biodiversität)
Biotreibstoffe sollen künftig nicht mehr auf Kosten der biologischen Vielfalt oder der Ernährung der Bevölkerung produziert werden
Die Umwandlung von natürlichen Biotopen und extensiv bewirtschafteten Flächen in intensiv bewirtschaftetes Ackerland sind laut UN-Bericht zum Zustand der globalen Biodiversität (GBO 3) Hauptursache für den Verlust der biologischen Vielfalt an Land. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung trägt der aus Klimaschutzgründen geförderte Biotreibstoff-Boom. In Nagoya weigerten sich Länder, die wirtschaftlich stark von diesem Boom profitieren, lange, die negativen Auswirkungen auf die Biodiversität anzuerkennen. Dennoch kam man zu einer Einigung. Welchen Einfluss Biokraftstoffe in Europa auf die Lebensvielfalt haben, beleuchtet Prof. Christina von Haaren (Universität Hannover) im NeFo-Interview.
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Kommentar: 2020 statt 2010 – welchen Unterschied macht der neue globale Vertrag zum Schutz der Biodiversität?
Immerhin wurde schon im Jahr 2002 beschlossen, den Verlust der Biodiversität bis 2010 zu stoppen, was in nahezu allen Bereichen verfehlt wurde. Einzig bei der Einrichtung und beim Management von Schutzgebieten hat es Fortschritte gegeben, doch den Verlust an Vielfalt konnte das nicht aufhalten. Also 2010, 2020, 2030 und so weiter, bis der ganze Globus in Maisfelder und Eukalyptusplantagen aufgeteilt ist? - Drei Gründe sprechen für einen Unterschied durch den globalen Vertrag:
→Kommentar zu Nagoya von Dr. Katrin Vohland im Vielfalterblog
Forscher bewerten in Science die 2020-Ziele der CBD über Ökosystemdienstleistungen
Um die 20 Ziele zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im "Strategischen Plan", der bei der COP10 verhandelt wird, bewerten zu können, ist es notwendig, die wirklichen Interessen der Bevölkerung, die von den Dienstleistungen der Ökosysteme leben, einzubeziehen, so der Tenor der 14 internationalen Forscher, unter ihnen Prof. Wolfgang Weisser von der Universität Jena. Als Grundlage für ihre Bewertung nutzten die Forscher das "Ecosystem services framework" aus dem Millennium Ecosystem Assessment (MA). Dieser Ansatz wägt ab zwischen dem Schutz und der Nutzung von Naturressourcen, je nachdem welche Bedeutung die Bevölkerung dem Konsumwert (Nahrung, Brennmaterial) oder dem Wert für Gesundheit und Ästhetik beimisst.
→Science-Artikel
Wissenschaft und Politik
Infoportal der UN zu "Biodiversity Policy & Practice"
Das International Institute for Sustainable Development (IISD) hat ein Infoportal zu Aktivitäten der UN und regierungsübergreifender Akteure in Bereich internationaler Biodiversitätspolitik gestartet.
→zum Portal
Biodiversitätsindikatoren 2010
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat den Indikatorenbericht 2010 zu den Indikatoren der Nationalen Biodiversitätsstrategie vorgelegt. In keinem der angesprochenen Bereiche wurde das Ziel erreicht, für einige der in der Nationalen Biodiversitätsstrategie angesprochenen Bereiche fehlen noch Indikatoren. Als positiv wird bewertet, dass sich die weiterhin steigende Inanspruchnahme von Siedlungsfläche verlangsamt hat sowie der gestiegene Flächenanteil an nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und an Schutzgebieten.
→zum Bericht
Erste Naturbewusstseinsstudie für Deutschland vorgestellt
Die Deutschen lieben die Natur. Dem Naturschutz sowie Maßnahmen zur Erhaltung der Natur wird ein hoher gesellschaftlicher Stellenwert beigemessen. Dies ist das Fazit der ersten bundesweit repräsentativen Naturbewussteinsstudie, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) in Berlin vorgestellt hat.
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Neue Website zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
Auf dem 30. Deutschen Naturschutztag in Stralsund stellt das BfN die neue Website der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) vor. Als zentrale Informationsplattform berichtet die Website umfassend über die Prozesse, Initiativen und Entwicklungen im Umsetzungsprozess der NBS.
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Neues Fischereimanagement soll Europas Fischbestände sichern
Bereits heute gelten drei Viertel der marinen Fischbestände weltweit als überfischt, in Europa sind es laut EU Kommission sogar 88 Prozent. Kieler Wissenschaftler haben jetzt Konzepte entwickelt, die den Zusammenbruch der Bestände verhindern können und der Fischerei gleichzeitig bessere Verdienstmöglichkeiten bieten. Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der international führenden Fachzeitschrift Fish and Fisheries. Der Managementplan der Kieler Wissenschaftler sieht auch erstmals einen Sicherheitsspielraum für die Bestände und eine Gewinnmaximierung für die Fischer vor.
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Neues von DIVERSITAS
DIVERSITAS Deutschland e.V. mit neuem Webauftritt
Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht über den Vorstand und Beiratsmitglieder sowie die Ziele des Vereins und Informationen zur Mitgliedschaft.
→Zur Webseite
Szenarien für die globale Biodiversität im 21. Jahrhundert
Die Ergebnisse der von Prof. Henrique Pereira und Prof. Paul Leadley im Auftrag von DIVERSITAS geleiteten Studie zu möglichen Szenarien für die Entwicklung der Biodiversität sind nun in einem Artikel in Science zusammengefasst:
→Publikation in Science
→Gesamtstudie in den CBD Technical Series
Einrichtung von IPBES
In der 65. UN-Generalversammlung diesen Herbst wurde UNEP aufgefordert, die Einrichtung von IPBES voranzutreiben und ein erstes Meeting hierfür zu organisieren. Zuvor hatte die COP10 der CBD die Einrichtung in einem eigenen Beschluss explizit befürwortet.
Die aktuellen Entwicklungen sind auf der →IPBES-Webseite zusammengefasst.
NeFo informiert ebenfalls über die aktuellen Entwicklungen.
Aus der Forschung
Landnutzung nachhaltig gestalten - 100 Millionen Euro für neues Förderprogramm des BMBF
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF startete am 10. November mit einer Auftaktveranstaltung in Bonn die Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“. Die Maßnahme ist mit einem Fördervolumen von rund 100 Mio. € bis 2015 ausgestattet und besteht aus zwei Schwerpunkten. Die Fördermaßnahme unterstützt ausgewählte Regionen in Deutschland und weltweit bei der Etablierung eines nachhaltigen Landmanagements. In den Projekten arbeiten verschiedene Fachdisziplinen eng zusammen. Auch Praktiker aus Behörden, Wirtschaft und Kommunen sind gleichberechtigte Projektpartner. Die Maßnahme ist zentraler Bestandteil des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA).
→Webseite des Programms
BMBF stärkt deutschen Beitrag zur Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) hat sich als global führende Informationsinfrastruktur für den Bereich der organismischen Vielfalt etabliert und bewährt (http://data.gbif.org). Mit 4,2 Millionen Euro unterstützt das BMBF das Verbundprojekt „GBIF-D, Kompetenzzentren innovativer Datenmobilisierung“, bestehend aus den acht deutschen GBIF-Knoten an deutschen Forschungssammlungen.
Die BMBF-Förderung umfasst Infrastruktur-Investitionen und eine dreijährige Arbeitsphase (2011-2013). Dies ist ein direkter Beitrag für die Konsolidierung und Weiterentwicklung des deutschen GBIF-Verbundes (www.gbif.de) und für die erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung des deutschen GBIF-Arbeitsprogramms.
Hauptziele des Vorhabens liegen in der Leistungssteigerung bei der Datenerschließung durch Einsatz innovativer Verfahren der Datengenerierung, Digitalisierung von Sammlungsobjekten und Optimierung von Prozessen zum Datenmanagement sowie in verbesserten Serviceangeboten seitens der GBIF-D Knoten. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in der Ausweitung der deutschen GBIF-Community, so z.B. der Etablierung eines neuen Knotens für Paläontologie, und einer bedarfsorientierten Prioritätensetzung bei der Datenmobilisierung u.a. durch die standardmäßige Erfassung von Metadaten.
→Weitere Informationen
Habitatspezifische Artänderungen unter Klimawandel in Deutschland
Forscher um Sven Pompe vom UFZ in Halle haben untersucht, wie sich die prognostizierten Klima- und Landnutzungsänderungen bis zum Jahr 2080 auf die Zusammensetzung der Artbeständen in verschiedenen Habitaten auswirken können. Artreaktionen variieren sehr stark, sowohl zwischen Szenarien als auch zwischen Biotoptypen. So könnten Verluste im Verbreitungsgebiet von Arten zwischen 14 und 56% auftreten. Ein höheres Risiko zeigt sich für Biotope mit hohem Naturschutzwert, womit die Bedeutung von Managementmaßnahmen von solchen Flächen unter Klimawandel an Bedeutung gewinnt.
→Link zum Originalartikel in Basic and Applied Ecology
Mücken sorgen für bessere Kakaoernte: Göttinger Agrarökologen verdoppeln im Experiment Ertrag von Kakaobäumen
Die Nachfrage nach Kakao steigt weltweit an, die Versuche, ihre Ernte zu steigern sind aber bislang nur eingeschränkt erfolgreich. Sie konzentrieren sich auf die Sortenzüchtung und die Versorgung der Kakaopflanzen mit Nährstoffen. Göttinger Agrarökologen und Dr. Yann Clough haben nun gezeigt, dass die erfolgreiche Bestäubung, die beim Kakao durch Mücken erfolgt, zu sehr guten Ertragssteigerungen führen kann.
→Link zur Pressemitteilung
Aussterben entlang der Nahrungskette - Pflanzenfresser sind stärker betroffen als Carnivore
Zum ersten Mal wurde ein so genanntes multitrophisches System, beginnend von den Pflanzen über pflanzenfressende Organismen bis hin zu Räubern, experimentell im Detail untersucht. Das Ergebnis der Studie von Dr. Christoph Scherber (Universität Göttingen) und zahlreicher Kolleginnen und Kollegen: Die Anzahl der Pflanzenarten ist am stärksten mit der Anzahl an herbivoren Insekten wie z. B. Blattkäfern und Pflanzenwanzen korreliert. Oder anders ausgedrückt: Je weniger Pflanzenarten, desto weniger pflanzenfressende Arten gibt es. Die Ergebnisse machen deutlich, dass es nicht reicht, reine Artenzahlen zu betrachten, sondern dass die vielfältigen funktionellen Beziehungen in Ökosystemen eine wichtige Rolle spielen.
→Link zum Originalartikel in Nature
Offener Brief der Jungen Systematiker (JuSys)
Anlässlich des Antrages der SPD Fraktion zur Stärkung der taxonomischen Forschung in Deutschland haben die Jungen Systematiker (JusSys) einen Offenen Brief geschrieben, in dem sie sich insbesondere für die Stärkung einer beruflichen Perspektive für Taxonomen einsetzen. Das könne sowohl über den universitären "Mittelbau" und eine institutionelle Förderung von naturhistorischen Museen und botanischen Gärten erfolgen als auch über spezielle Forschungsprogramme. Sie weisen darauf hin, dass die Ergebnisse taxonomischer Forschung in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen bedeutsam sind, angefangen vom Naturschutz bis hin zur pharmazeutischen Forschung - abgesehen davon, welche Faszination die Vielfalt des Lebendigen auslösen kann, wie beispielsweise im Census of Marine Life.
Kommentar: „Botaniker doch nicht so dumm?", von Dr. Jens Mutke
Ende September ging aus zahlreichen Medien hervor dass es 600.000 Pflanzenarten weniger gäbe, als die Botaniker über die letzten Jahrzehnte geglaubt hatten. Leider ist diese Nachricht ein gutes Beispiel dafür, wie wirklich relevante Informationen untergehen können, wenn Medien zu großes Gewicht auf möglichst aufregende Überschriften legen. Die eigentliche Nachricht der Forscher lautete nämlich, dass Ende dieses Jahres erstmals eine Standardliste aller bekannten Pflanzenarten weltweit vorliegen soll - eine überfällige Voraussetzung für die weitere Erforschung, den Schutz und die Nutzung der Pflanzenvielfalt auf unserem Planeten.
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Hecken fördern Artenvielfalt bei Feldvögeln stärker als ökologischer Landbau
Wie effektiv sind Agrarumweltmaßnahmen? Eine neue Studie von Dr. Peter Batary und Kollegen von der Universität Göttingen zeigt u.a., dass Hecken vor allem in ausgeräumten Landschaften eine wichtige Rolle für die Vielfalt von Vögeln spielen.
→Link zur Pressemitteilung
Göttinger Forscher entdecken neue Methanquelle zwischen Tropenbäumen
Trichter-Bromelien erhöhen Gaskonzentration über tropischen Regenwäldern. Nachdem die Forscher um Guntars Martinson von der Universität Göttingen starken Gärungsgeruch in den Trichtern wahrgenommen hatten, führten sie erste Methanmessungen durch und wurden fündig. Die Pflanze sondert mehr Methan ab, als durch den Boden wieder aufgenommen wird und könnte die Ursache dafür sein, dass über den tropischen Regenwäldern Latein-Amerikas erhöhte Methankonzentrationen gemessen werden.
→Link zur Pressemitteilung
Global Index of Vegetation-Plot Databases (GIVD) jetzt online
Das Internet-Tool kann genutzt werden, um passende Daten für großräumige ökologische Analysen zu finden. Bitte registrieren Sie dazu Ihre eigenen Vegetationsdatenbanken.
Mehr Infos finden Sie →hier
Veranstaltungen
20.01.2011, Berlin BMU-Konferenz "KlimaWandel in der Landwirtschaft"
12./13.04.2011, Bonn European Conference on Biodiversity and Climate Change - Science, Practice & Policy Das Bundesamt für Naturschutz veranstaltet diese englischsprachige Forschungskonferenz gemeinsam mit dem Netzwerk der Europäischen Naturschutzbehörden (ENCA)
19.-20.05.2011, Frankfurt/M. Klimawandel und Biodiversität – Folgen für Deutschland - Statuskonferenz des CSC mit weiteren Akteuren aus der Klimafolgen- und Biodiversitätsforschung.
22.-24.08.2011, Aberdeen/Schottland ACES 2011: "Conflicts in conservation - Strategies for coping with a changing world". Konferenz für Forschung und Politik
Literaturtipps
Erster World Ocean Review (WOR)
Der Exzellenzcluster »Ozean der Zukunft« in Kiel und der mareverlag wollen mit dem WOR auf wissenschaftlicher Basis über den aktuellen Zustand der Meere ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Der Exzellenzcluster ist ein Bündnis von über 250 Forscherinnen und Forschern, die in Kieler Wissenschaftseinrichtungen zum Thema Klima- und Ozeanwandel arbeiten.
→Download PDF
Fokus Biodiversität Wie Biodiversität in der Kulturlandschaft erhalten und nachhaltig genutzt werden kann
Stefan Hotes, Volkmar Wolters (Hrsg.)
In diesem Buch werden ausgewählte Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung von 2000 bis 2010 geförderten Forschungsprogramms BIOLOG (Вiological Diversity and Global Change) und die daraus abzuleitenden Konsequenzen für eine nachhaltige Landnutzung vorgestellt.
→Bestellung
Synthesebericht der TEEB-Studie
In Nagoya wurde zur CBD COP10 der Synthese-Bericht Der TEEB-Studie zur Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität vorgestellt. Er fasst den Grundansatz von TEEB zusammen, diskutiert sie anhand dreier Beispiele und legt 11 zentrale Schlussfolgerungen und Forderungen vor.
→Deutsche Version des Synthese-Berichtes
Assessing biodiversity in Europe — der 2010-Report der EEA
Der neue Report der European Environment Agency (EEA) fasst den Status und die Trends der Biodiversität Europas zusammen und benennt die Konsequenzen daraus für Managementpläne und Politik. Er beschreibt die bisherigen Politikinstrumente für die wichtigsten Habitattypen, die Zusammenhänge zwischen Biodiversität und übergreifende Themen wie Tourismus und Stadtplanung und die Herausforderungen, die für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen noch bestehen.
→Download PDF
WWF veröffentlicht den Living Planet Report 2010
Der „Living Planet Report“ des WWF ist eine umfassende Langzeituntersuchung zur Entwicklung der biologischen Vielfalt in den vergangenen 40 Jahren. Neben der „Volkszählung“ ausgewählter Arten analysiert die Studie den so genannten „ökologischen Fußabdruck“ der Menschen in den verschiedenen Regionen der Welt. Der Landverbrauch für die Nahrungsmittel- und Holzproduktion wird ebenso berücksichtigt wie die für Städte, Straßen und andere Infrastruktur benötigten Gebiete. Zudem bezieht die Modellrechnung die Waldfläche ein, die nötig ist, um das Treibhausgas CO2 aufzunehmen.
→zur Meldung
Ökonomische Bewertung naturverträglicher Hochwasservorsorge an der Elbe
Grossmann, M., Hartje, V. und Meyerhoff, J.
Abschlussbericht des F+E-Vorhabens (FKZ: 803 82 210) „Naturverträgliche Hochwasservorsorge an der Elbe und Nebenflüssen und ihr volkswirtschaftlicher Nutzen. Teil: Ökonomische Bewertung naturverträglicher Hochwasservorsorge an der Elbe und ihren Nebenflüssen" des Bundesamtes für Naturschutz
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Baum für Baum. Jetzt retten wir Kinder die Welt
Kinder und Jugendliche dieser Welt wollen nicht mehr warten, bis die Erwachsenen die anstehenden globalen Herausforderungen anpacken. Und sie haben viel vor: Sie wollen ihre Zukunft retten – Baum für Baum. Felix Finkbeiner und seine Freunde haben es sich mit Plant-for-the-Planet zum Ziel gesetzt, in jedem Land der Erde eine Million Bäume zu pflanzen. Unterstützt werden sie dabei vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP).
→Zu bestellen beim Oekom-Verlag
Naturbewusstsein 2009
Die Deutschen lieben die Natur. Dem Naturschutz sowie Maßnahmen zur Erhaltung der Natur wird ein hoher gesellschaftlicher Stellenwert beigemessen. Dies ist das Fazit der ersten bundesweit repräsentativen Naturbewussteinsstudie des Bundesamts für Naturschutz (BfN).
→Download PDF
Tagungsband 2. Statuskonferenz „Biodiversität und Klimawandel"
Bericht zur zweiten Statuskonferenz am 2./3. März 2010 des Bundesamt für Naturschutz (BfN) zur „Biodiversität und Klimawandel". Vorstellung und Diskussion aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse aus über 20 BfN-geförderten Forschungsprojekten zum Klimawandel.
→Download PDF
Die Meldung am Rande
Die Wal-Pumpe in den Meeren
Neue Berechnungen zeigen, wie wichtig Wale und andere marine Säugetiere für die Nährstoffdynamik in den Ozeanen sind: Durch Aufnahme von Nahrung in tiefen Regionen und Ausscheidungen nahe der Oberfläche erledigen sie eine wichtige Ökosystemdienstleistung.
→Zum Artikel in PLOSone
Weitere Meldungen und Termine finden Sie unter: www.biodiversity.de
Redaktion
Sebastian Tilch [Öffentlichkeitsarbeit NeFo] Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Department Naturschutzforschung Tel. 0341/235-1278 Email: medien@ufz.de
Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland ist ein Projekt im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. (www.diversitas-deutschland.de), gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt wird maßgeblich durchgeführt durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig, das Museum für Naturkunde Berlin und die Universität Potsdam sowie die Mitglieder des DIVERSITAS-Deutschland Beirates. Weitere Informationen und Hinweise zum NeFo-Projekt und Team unter www.biodiversity.de
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