Biodiversität international
Biodiversität als Begriff wurde durch die →Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 geprägt, in der das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on biological diversity CBD) beschlossen wurde. Dabei umfasste der Begriff nicht nur die eher naturwissenschaftlich ausgerichteten Komponenten wie die genetische Vielfalt und die Vielfalt an Arten und Ökosystemen, sondern im politischen Kontext auch Fragen von Nutzung und Gerechtigkeit. Zudem besagte die Konvention, dass die Biodiversität dem jeweiligen Land zuzuordnen ist – und Eigentum verpflichtet.
Seit einigen Jahren gibt es einen Trend, Biodiversität stärker hinsichtlich des Nutzens für den Menschen zu betrachten. Die Identifikation sogenannter ökosystemarer Dienstleistungen soll deutlich machen, dass menschliche Entwicklung in hohem Maße von funktionierenden Ökosystemen abhängig ist. Das Millennium Ecosystem Assessment, eine Betrachtung der Funktion der globalen ökosystemaren Dienstleistungen, machte deutlich, dass die starke Degradierung von Ökosystemen zu einer Minderung von Lebensqualität gerade auch von ärmeren Menschen führt.
Gleichzeitig nehmen Betrachtungen zu, den ökonomischen Wert von Biodiversität herauszustellen. Die Umweltminister der G8 Staaten haben 2007 die Potsdam Deklaration verfasst, aufgrund derer die TEEB-Studie finanziert wird. Auch die zunehmende Bereitschaft der Mitgliedsländer der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) den Schutz alter Wälder zu finanzieren, gehört in den Bereich ökosystemarer Dienstleistungen, da alte Wälder, tropische Wälder und Moore große Mengen an Kohlenstoff speichern.
Im wissenschaftlichen Bereich gibt es Bestrebungen, die globale Kompetenz stärker zu vernetzten und schlagkräftiger zu machen. Es gibt Verhandlungen zu einem internationalen Beirat für Biodiversität und ökosystemare Dienstleistungen (International Platform for Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES). Eine Voraussetzung dafür sind die entsprechenden Datengrundlagen. Auch hier gibt es Bestrebungen, die unterschiedlichen Datenbanken stärker zu verknüpfen und weiter zugänglich zu machen (GeoBon ).








