Wir brauchen Führung! Ein Wegweiser für Assessments

[Thematic background]

Von Carsten Neßhöver, NeFo-Team

Viele Assessments sind in IPBES in Planung. Was aber genau ist ein Assessment? Solche Fragen sehen wir nicht nur bei IPBES. Auch bei Workshops zum Scoping eines nationalen Assessments von Ökosystemen und ihren Dienstleistungen für Deutschland zeigte sich, dass man unter einem Assessment sehr verschiedene Dinge und Prozesse verstehen kann. Einen Bericht schreiben? Neue Forschung durchführen? Keins von beiden… Aber es ist natürlich, gerade für Prozesse wie IPBES, wichtig, dass die Beteiligten wissen, woran sie gemeinsam arbeiten, vor allem für Kolleginnen und Kolleginnen, die noch keine Erfahrung haben. Um dem Rechnung zu tragen, wurde ein frühes Produkt von IPES erarbeitet, das hoffentlich als „lebendes Dokument“ (d.h. regelmäßig offen zur Weiterentwicklung) hier in Bonn verabschiedet wird.

Der Wegweiser (IPBES/3/INF/4) [pdf] bildet damit, wenn man will die „Bibel zur Mitarbeit“ bei Assesments… mit folgenden Kapiteln (in English):

Section I: Addressing Conceptual issues

Chapter 1: The IPBES Conceptual Framework and how to use it

Chapter 2: IPBES assessments across scales

>>> Als Basis gilt bei IPBES der konzeptionelle Rahmen, der ein „gemeinsames Verständnis der Welt“ für alle Beteiligten bildet und der auf verschiedenen Skalen angewandt werden sollte.

Section II: Applying the IPBES Assessment Processes

Chapter 3: The IPBES assessment process               

Chapter 4: Using Uncertainty Term

>>> Ein Assessment Prozess hat verschiedene Schritte, siehe Abbildung. Ferner sollten Ergebnisse so dargestellt werden, dass die Unsicherheiten in den Ergebnissen sichtbar werden.

grafik_ipbes-3_inf_4.jpg

Illustration des IPBES-Prozesses anhand einer Grafik aus einem IPBES Inf-Dokument
The IPBES process
IPBES/3/INF/4 (S.57)

Section III: Use of Methodologies in Assessments

Chapter 5: Values

Chapter 6: Role of scenarios and models in assessment and decision making

Chapter 7 Indigenous and Local Knowledge             

>> Natürlich, Methoden sind zentral ;-)

Section IV: Identifying and Addressing Data, Information and Knowledge Resources and Gaps 

Chapter 8: Data

Chapter 9: Knowledge Gaps

Chapter 10: Biodiversity and Ecosystem Service Indicators   

>>> Daten, Wissenlücken und Indikatoren natürlich auch ;-)

Section V: Enhancing the Utility of Assessments for Decision Makers and Practitioners 

Chapter 11: Policy support tools and methodologies               

Chapter 12: Communication and stakeholder engagement

>>> Assessment sind von der Definition her so angelegt, dass die Fragen und Ergebnisse explizit mit den Nutzern reflektiert werden (siehe auch Abbildung oben). Entsprechend spielen der Blick auch Politikwerkzeuge und Methoden eine wichtige Rolle, ebenso die Kommunikation und die Einbindung von Stakeholdern           

Section VI Strengthening Capacities in the Science - Policy interface 

Chapter 13 Identifying and addressing Capacity Building Needs through Assessments

>>> Der Guide zeigt: ein Assessment ist durchaus ein komplexer Prozess, und die Teilnahme ist eine gewisse Herausforderung, daher ist die Ausbildung und Heranführung von Expertinnen und Experten an solche Prozesse wesentlich. Man kann sehr viel dabei lernen…

Erster Schritt beim Lernen zu Assessments: einmal näher den Wegweiser [pdf] anschauen, es lohnt sich. Sollte der Guide akzeptiert werden, wird er auch offen sein für Anregungen zur Verbesserung.