Nur noch 36 Stunden: Was werden wir schaffen?

[From the floors, Zwischenbilanz

Von Carsten Neßhöver, NeFo-Team

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Dr. Carsten Neßhöver, UFZ Leipzig
Dr. Carsten Neßhöver, UFZ Leipzig
UFZ Leipzig

Noch zwei Tage stehen zur Verfügung für die Verhandlungen, am Samstag um 18 Uhr wird das Plenum schließen. Viele Delegierte haben dann sieben Tage lang 12 Stunden und mehr durchgearbeitet, die Stakeholder acht. Und doch bleibt wie üblich die rarste Ressource die Zeit: Es geht um viele (Arbeitsprogramm), komplexe (Arbeitsprogramm und Regeln) und politisch heikle Themen (wer wird für das MEP nominiert?). Und doch: Die Atmosphäre ist bisher sehr konstruktiv, selbst beim vielleicht schwierigsten Thema, den Regeln zu Interessenkonflikten, ging die Arbeit gestern voran, auch wenn noch nicht klar ist, ob es neben reaktiven Elementen auch proaktive Elemente zur Transparenz geben wird.

Beim Arbeitsprogramm gibt es zwar auch schwierige Diskussionen…

  • Ein regionales Assessment für die offenen Ozeane wird wohl erstmal zumindest aufgeschoben, da einige Länder die Ozeane nicht thematisieren wollen – d.h., das Thema ist wichtig…),

  • Bei der Diskussion über den Assessment-Prozess zu Werten und Bewertung gibt es stark unterschiedliche Meinungen und man wird das Thema wohl weiter behandeln, aber nicht direkt mit einem eigenen methodischen Assessment (siehe Folgeblog)

  • Die Diskussion darüber, wie man verschiedene Themen stärker verbinden und damit die Arbeitslast verringern kann („Coupling“, siehe Blog von Katrin Reuter).

… aber generell scheint es mit den meisten Themen weiter zu gehen, und IPBES kann seine Arbeit zu verschiedenen Themen und vor allem den regionalen Assessments sofort nach dem Plenum aufnehmen.

Die größte politische Baustelle hinter den Kulissen bleiben, wie häufig, die Personalien: Über die Mitglieder im neuen MEP (dem wissenschaftlichen Koordinationsgremium) wurde wie üblich lange geschachert, auch um zu versuchen, die Balance von Männern und Frauen sowie Disziplinen im Gremium besser hinzubekommen. Leider scheinen verschiedene Länder auch diese Argumente in erster Linie strategisch einzusetzen, um ihre Kandidaten durchzubekommen. Die Qualitäten der Kandidatinnen und Kandidaten geraten dabei schnell wieder aus dem Focus.