Side-Event: eine regionale Perspektive auf IPBES – ein Blick auf Europa

Carsten Neßhöver, NeFo-Team

Im freitäglichen Side-Event präsentierten verschiedene EU-Projekte Erfahrungen aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Frage, wie man IPBES aus einer regionalen EU-Perspektive entwickeln kann. Drei folgenden Perspektiven wurden eingenommen:

Die Perspektive der Integration von Biodiversitätsdaten, repräsentiert durch die EU-Projekte EBONE und EU BON. Rob Jongman von Alterra, Wageningen präsentierte die bisherigen Ergebnisse des abgelaufenden Projektes EBONE, dass wichtige Beiträge zum internationalen Programm GEO BON, dem Globalen Biodiversity Observation Network, lieferte. Er betonte, dass es wichtig ist, Integration und Harmonisierung von Biodiversitätsdaten zunächst auf regionaler Ebene zusammenzubringen, um damit auch zur Harmonisierung auf globaler Ebene beizutragen.

Die Perspektive der Erforschung von Science-Policy Interfaces nahm Juliette Young vom Centre of Ecology and Hydrology, Edinburgh ein. Sie stellte Ergebnisse des EU-Projektes SPIRAL vor, das die Vielfalt der Ansätze erforscht, in denen Wissenschaft und Politik interagieren. Sie betonte, dass es wichtig ist, diese Vielfalt zu verstehen und Stärken und Schwächen verschiedener Ansätze zu analysieren – etwa die Ansätze in Forschungsprojekten, aber auch solche von mandatierten Beratungsgremien. Sie stellt Kriterien vor, nach denen auch ein Gremium wie IPBES evaluiert und damit verbessert werden könnte. Ebenso betonte Sie die Bedeutung einer reflexiven Kommunikation aus der Forschung heraus.
Zuletzt wurde die Perspektive der Integration vieler Wissensträger in einem Netzwerk-Ansatz, einem sogenannten „Network of Knowledge" durch Carsten Neßhöver vorgestellt. Die EU-Coordination Action BiodiversityKnowledge versucht derzeit, einen solchen Network-Ansatz für die EU-Ebene zu entwickeln. Aus der Erfahrung des Projektes wurden verschiedene Schlussfolgerungen für die Nutzung regionaler Knoten für IPBES gezogen. Sie können helfen, wichtige Wissensträger und das relevante Wissen für Fragen von IPBES schneller zu identifizieren. Ferner können regionale Politiksituationen und –interessen besser einbezogen werden.
Die Diskussion zeigte einiges Interesse an solchen Ansätze und es wurde betont, dass die Erfahrungen, wie man Politik und Umsetzung stärker an die Wissenschaft, und die Wissenschaft besser an die Politik heranträgt und relevant macht, weiter verbreitet werden müssen.