Nachdem sich die Wogen geglättet haben: nun wird doch noch verhandelt

Katja Heubach, NeFo-Team, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Zugegeben, das Büro hatte nach dem gestrigen Desaster eine schwere Zeit mit Delegierten und Beobachtern, die ihrer Kritik gleichermaßen lautstark Luft machten. Leiden schaffende Aufregung durchzog die Hallen. Nun hat es aber nachgezogen. Aus den Ergebnissen der Sitzung der kleinen ‚drafting group‘, die heute Vormittag tagte, liegen jetzt drei Dokumente vor.

Diese sog. ‚conference room papers‘ oder kurz ‚CRPs‘ enthalten die in den letzten drei Tagen gesammelten Beiträge und Kommentare des Plenums (vgl. ‚non paper‘ bzw. ‚conclusions‘ Dokumente in der Box nebenan) – nunmehr jedoch als Empfehlungen (‚recommendations‘) des Vorsitzenden von SBSSTA formuliert, die in dieser Form im Plenum verhandelt und beschlossen (‚approved‘) werden können. CRP1 behandelt die wissenschaftlichen und technischen Bedarfe für die Umsetzung des Strategischen Plans, CRP2 bezieht sich auf neue und aufkommende Themen, die im Rahmen der CBD relevant werden könnten. In CRP3 schließlich wird die Zusammenarbeit der Konvention mit IPBES umrissen.

Begonnen um 15 Uhr heute Nachmittag sind wir zwar immer noch beim ersten Papier, aber – mit Ortszeit 20.25 Uhr – immerhin bei Paragraph 10 (c) – von insg. 10 (i). Das Ende für den heutigen Tag ist also in Sicht. CRP2 und CRP3 stehen für morgen auf der Tagesordnung. Auch die Stimmung bei den Delegierten hat sich mittlerweile deutlich gebessert. Statt deftiger Kommentare wie „To me that makes no sense at all!“ und „I am not sure who I am supporting..” hört man nun auch ab und an ein Lob für die gute Arbeit des Sekretariats: “The Secretariat really did an excellent job here.” Zurück in ihrem Element als Verhandler fühlen sich viele im Plenarsaal jetzt wieder deutlich wohler. Auch wenn es spät ist, aktiv und wach sind sie trotzdem, ganz ihrem Delegationsauftrag verschrieben.

Es kann also doch noch gut werden. Ein Verhandlungstag steht noch an. Er wird sicher ausreichen, die Empfehlungen anzunehmen. Wie zufrieden die Mitglieder letztlich jedoch hinsichtlich der Relevanz der Empfehlungen sein werden, steht auf einem anderen Blatt.