COP 14 startet "ägyptisch"

Am Samstag wurde die 14te Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (COP 14) offiziell eröffnet. Natürlich wie immer in einem riesigen Konferenzzentrum, aber einige ägyptische Besonderheiten gab es schon, die die geplante Agenda ganz schön durcheinander gewirbelt haben.

Natürlich ist es eine besondere Wertschätzung für eine Umweltkonferenz, wenn das Staatsoberhaupt des Gastlandes an der Eröffnung teilnimmt und es ist auch nicht verwunderlich, dass dazu besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. So auch gestern, als der ägyptische Präsident el-Sisi nach Sharm El Sheikh zur COP 14 kam. Eine gewisse Herausforderung war es dann aber, dass man erst am Vorabend informiert wurde, dass ohne eine spezielle Einlasskarte kein Zutritt gewährt wird, aber gleichzeitig die Registrierung für COP-Teilnehmer allgemein für den gesamten Vormittag geschlossen wird. Am ersten Tag der Veranstaltung sind dort die Schlangen erfahrungsgemäß am längsten. Na gut, dachte man, dann schaue ich mir die Veranstaltung eben in einem Nebengebäude an, wo sie per Live-Stream übertragen wird. Aber so einfach war es dann doch nicht: Machen Leute, die bislang gar nicht für die COP angemeldet waren, wurden ohne Registrierung eingelassen, anderen (so wie mir) wurde am Eingang der Reisepass abgenommen, um mir einen Spezialausweis zu erstellen, der mir Zutritt gewährt (warum mir, weiß ich nicht, ich hatte nicht darum gebeten), wieder andere, die sich ernsthaft um einen Einlasspass bemüht haben, bekamen keinen.

Die UN-Sicherheitsbeamten, die normalerweise UN-Treffen zusammen mit einheimischen Kräften sichern, haben sich die Haare gerauft und alles den Ägyptern überlassen. Dass es dann erst mit zwei Stunden Verspätung losging, versteht sich von selbst. Das wiederum passte aber gut zu den Shuttle-Bussen, die eigentlich die Hotels mit dem Konferenzzentrum verbinden sollen. Die haben zwar einen Fahrplan und stehen auch meist pünktlich bereit, fahren dann aber nicht los, weil jemand (es gibt wahnsinnig viele Offizielle) findet, dass der Bus nicht voll genug ist. Da kann dann aus den eigentlich 10 Minuten Fahrzeit gerne mal eine Stunde im Bus werden, der halt einfach nicht losfährt.

Nachmittags, nachdem der Präsident wieder abgeflogen war, nahm die COP dann ihre Arbeit auf und, wie am ersten Tag üblich, wurde die Agenda wie vorgeschlagen festgelegt, die Arbeit auf zwei parallele Arbeitsgruppen aufgeteilt und einige Formalien beschlossen. Inhaltlich ist noch nichts passiert, aber wenn man den Eröffnungs-Statements der Regionen glauben darf, sind alle guten Willens, für 2020-2030 einen ambitionierten Zielkatalog vorzubereiten. Wie sich das gestaltet, bleibt abzuwarten, aber noch ist die Laune gut, denn bei all dem logistischen Durcheinander muss man eines loben: Die Ägypter sind ungemein hilfsbereit und irgendwie findet sich immer eine Lösung.

 

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