Liste notwendiger Schlüsselmaßnahmen zur Erreichung der AICHI-Ziele voraussichtlich als offizielles Dokument abgelehnt

Dr. Axel Paulsch, Institut für Biodiversität - Netzwerk e.V. (ibn)

Während hier noch an einigen schwierigen Themen verhandelt wird, sind ein paar Themen schon soweit, dass sie heute im Abschlussplenum ohne weitere Diskussion beschlossen werden können. Eines dieser so genannten L-Papers ist der kritisch ausgefallene Bericht zur Umsetzung des Strategischen Plans, die gesetzten Ziele bis 2020 zu erreichen. Dieser wird generell angenommen. Im Papier taucht die „Concise List of Key Actions" nicht mehr auf.

Der Bericht, der ja eine sehr kritische Zwischenbilanz gibt, wird in der Entscheidung begrüßt ("COP12 welcomes..."). Das war zu erwarten und ist der übliche Sprachgebrauch. Die an der Beschlussvorlage ursprünglich anhängende Liste von Aktionen, die man unternehmen müsste, um den Zielen bis 2020 wirklich näher zu kommen, ist leider aus dem Beschluss verschwunden und damit nicht mehr offizieller Beschlusstext.

Dies wurde vor allem von Argentinien gefordert, mit dem Argument, man habe die Aktionen dieser Liste nicht im Detail verhandelt (was formal korrekt ist). Deutschland und die EU, die die Liste behalten wollten, konnten sich hier nicht durchsetzen. Die Liste ist nun nur noch Bestandteil des Global Biodiversity Outlook 4, und der Beschluss ermutigt die Staaten nur, diese Liste in flexibler und freiwilliger Weise zu nutzen, um die Ziele zu erreichen. Das ist eine sehr schwache Formulierung und enttäuschend.

Allerdings steht die abschließende Verabschiedung noch aus und es könnte noch ein Veto kommen, was die offiziell bereits beendete Verhandlungszeit (bis 18.00 Uhr) noch zusätzlich erweitern dürfte. In diesem Fall wäre es eine lohnende Verlängerung, die auch die Bedeutung wissenschaftlicher Beratung honorieren würde.