Wie kann ein Kompromiss aussehen?

Axel Paulsch (NeFo, vor Ort in Panama)

In der Frage nach der Einbindung der Wissenschaft ist noch kein Kompromiss in Sicht.

Ein guter Teil des Vormittags des zweiten Verhandlungstages diente der Aussprache zu den beiden Optionen zur Einrichtung von IPBES-Gremien, also entweder nur ein Gremium, das für alle Aufgaben zuständig ist, oder zwei Gremien, die administrative und wissenschaftliche Aufgaben getrennt erledigen.

Noch ist kein Kompromiss in Sicht, im Gegenteil, die Lager der Befürworter der jeweiligen Optionen sind in etwa gleich stark. Für die Ein-Gremium-Lösung haben sich neben der EU u.a. auch die zentral- und osteuropäischen Staaten (vertreten durch Bosnien-Herzegowina) ausgesprochen, die Türkei, die Schweiz, Norwegen und Cuba. Im Gegensatz dazu favorisieren z.B. Neuseeland, die USA, Indien, Japan, Thailand, China, Brasilien und Südkorea eine Lösung mit zwei Gremien. Afrika, vertreten durch Ghana, sprach sich ebenfalls für ein separates Wissenschaftlergremium aus und könnte sich sogar noch eine weitere Unterteilung in spezialisierte Untergruppen vorstellen.

Der Vorsitzende Robert Watson stellte klar, dass es für beide Modelle bereits Vorbilder gebe, die funktioniert haben, aber dennoch muss ein Konsens gefunden werden. Da beide Lager ähnlich stark sind und nicht nur Einzelmeinungen vertreten werden, wird die Debatte am Nachmittag weiter geführt und wahrscheinlich in eine zusätzliche Abendsitzung vertagt werden müssen. Aber dieser gordische Knoten muss durchschlagen werden, denn sonst macht es keinen Sinn, sich über die Arbeitsaufträge zu unterhalten, die dem einen oder eben mehreren Gremien zugewiesen werden können. Eine Aufgabenliste allerdings gibt es bereits.

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