IPBES 2 eröffnet – ohne Verzögerung mitten ins Geschehen

Axel Paulsch (NeFo, vor Ort in Panama)

Nach einer sehr kurzen Eröffnungszeremonie ging das zweite Treffen zur Gründung von IPBES sofort in die Arbeitsphase über, wie auch in Nairobi im Oktober 2010 unter der Leitung von Robert Watson. In ihren Eröffnungsstatements haben alle Weltregionen erneut betont, dass sie an einer schnellen formalen Gründung von IPBES interessiert sind und somit ist die Stimmung weiterhin optimistisch. Chair Watson hat aber auch sofort klar gemacht, dass viel Detailarbeit vor den Delegierten liegt und dass für jeden Tag neun statt normalerweise sechs Stunden Plenumssitzung angesetzt sind. 

Als erstes wurde Klarheit darüber hergestellt, wie der Sitz des Sekretariats bestimmt werden soll: im Normalfall will IPBES eigentlich immer im Konsens arbeiten, aber da fünf Angebote vorliegen, das Sekretariat zu beherbergen, kann in diesem Fall keine Konsenslösung gefunden werden. Stattdessen muss gewählt werden. Es wurde nun festgelegt, dass am Mittwoch den 18.04. alle fünf Länder ihr Angebot noch einmal vorstellen können (Südkorea, Kenia, Frankreich, Deutschland und Indien) und dann am Donnerstag den 19.04. abends die Wahl durchgeführt wird. Jedes anwesende Land hat eine Stimme in der geheimen Wahl. Falls, was zu erwarten ist, im ersten Wahlgang kein Angebot mehr als 50% der Stimmen bekommt, fällt das Angebot mit den wenigsten Unterstützern aus der Wahl und es wird ein zweiter Wahlgang angesetzt. Dieses Prozedere wird notfalls solange wiederholt, bis nur noch zwei Kandidaten übrig bleiben und die Stichwahl muss dann die Entscheidung bringen. Damit ist aber auch klar, dass man am Ende ein Gastgeberland bestimmt haben wird.

Brasilien hatte zunächst darum gebeten, eine Wahl doch nach Möglichkeit zu vermeiden und ein virtuelles Sekretariat ohne physische Bindung an einen bestimmten Ort vorgeschlagen, dann aber doch eingelenkt und dem vorgeschlagenen Wahlprozess zugestimmt.

Bis zum weißen Rauch über dem 30-stöckigen Hotel, in dem das Treffen stattfindet, vergehen noch drei Tage, aber der Prozess ist auf die Spur gebracht.

Weitere tägliche Berichte und Fotos von der Konferenz finden Sie im Earth Negotiations Bulletin (ENB)