Bonn wird der Sitz des IPBES-Sekretariats

Axel Paulsch (NeFo, vor Ort in Panama)

In einer spannenden Wahl über vier Wahlgänge setzt sich das Angebot von Deutschland durch.

Von den 103 Staaten, die hier in Panama vertreten sind, haben nur 92 die notwendigen Akkreditierungen für ihre Repräsentanten eingereicht, die notwendige Mehrheit von 50% plus einer Stimme waren also 47 Stimmen, falls alle Länder gültig abstimmen würden. Alle Wahlgänge wurden geheim durchgeführt. Es lag Spannung in der Luft, als Sitzungspräsident Robert Watson das Ergebnis des ersten Wahlgang verkündete: Südkorea lag vorn, ohne die notwendige Mehrheit zu erreichen, Deutschland und Kenia waren in etwa gleich stark, Frankreich und Indien lagen deutlich zurück und Indien entfiel für den zweiten Wahlgang, weil es die wenigsten Stimmen (5 von 88 gültigen) bekommen hatte. In der zweiten Runde fiel dann Frankreich aus der Wertung, was nach dem schlechten Ergebnis der ersten Runde (7 von 88) schon zu erwarten war. Südkorea lag nach wie vor in Front, gefolgt von Deutschland und Kenia. Im dritten Wahlgang blieb die Stimmenverteilung prozentual gleich, womit Kenia aus dem Rennen war. Im vierten Wahlgang kam es in der Stichwahl zwischen Korea und Deutschland darauf an, für wen sich die 18 vormaligen Befürworter Kenias letztlich entscheiden würden. Der Vorsprung Koreas hatte sich auf vier Stimmen verringert, nachdem er in den ersten beiden Runden noch acht Stimmen betragen hatte. Im entscheidenden vierten Durchgang dann setzte sich Deutschland mit 47 zu 43 Stimmen gegen Korea durch.

Damit hat Deutschland nun eine Verantwortung für IPBES übernommen, zu der es langfristig stehen muss.

Und morgen früh gehen die Verhandlungen zu den Details der eigentlichen Gründung weiter.

Weitere tägliche Berichte und Fotos von der Konferenz finden Sie im Earth Negotiations Bulletin (ENB)