Wer kann Mitglied werden und welche Aufgaben hat die Plenarsitzung?

Sören Dürr (Senckenberg)

Am zweiten Tag in Nairobi wurde im Wesentlichen diskutiert, inwieweit man die Ergebnisse aus dem Treffen 2010 in Busan in Südkorea zu den Aufgaben und der Zusammensetzung der Plenarsitzung übernehemen könne. Noch keine Neuigkeiten von der UN zur Gründungsfrage.
 
Der erste Sitzungstag war etwas zäh, aber immerhin wurde der Vorsitzende und drei der vier Vize-Vorsitzenden gewählt und die Tagesordnung verabschiedet. Der letzte der Vizes wurde dann als erstes heute morgen erwähnt.

Gestern Abend gab es eine willkommene Abwechslung zum sehr formalen Ablauf der Sitzung: Ein Empfang der Regierung von Kenya, der afrikanisch locker ablief. Wir konnten eifrig netzwerken und, wer mochte, afrikanische Tanzeinlagen auf den Rasen legen.

Heute Morgen kam die Leiterin der deutschen Delegation, Nicola Breier vom BMU, endlich an. Sie war auf dem Hinflug in Amsterdam gestrandet, wie auch Viola Clausnitzer vom Senckenberg Naturkundemuseum in Görlitz.

  • Punkte der Diskussion heute waren:
  • Wer genau kann Mitglied bei IPBES werden, wer Mitglied der Plenarsitzungen?
  • Welche Aufgaben hat die Plenarsitzung (in der die Regierungen der beteiligten Länder vertreten sind)?
  • Welche Untergremien soll die Plenarsitzung haben?
  • Welche Aufgaben haben der/die Vorsitzende und seine/ihre vier Stellvertreter?
  • Nach welchen Kriterien werden der/die Vorsitzende und die Stellvertreter nominiert?
  • Welche Aufgaben sollen die Untergremien übernehmen?
  • Wie sollen die Plenarsitzungen ablaufen?

Zu allen diesen Fragen gab es sowohl allgemeine wie auch im Detail ausgedehnte Diskussionen, mit denen man viele Seiten füllen könnte. Im Wesentlichen sind all diese Punkte jedoch bereits auf dem letzten Treffen in Busan in Südkorea besprochen worden, so dass sich lange Passagen der Diskussion darum drehten, inwieweit man die Ergebnisse aus diesem Treffen übernehmen kann. Diese Dokumente sind unter www.ipbes.net allen öffentlich zugänglich.

Keine neue Info gibt es leider von der juristischen Abteilung der UN in New York dazu, ob IPBES nun bereits gegründet ist, oder eben nicht.

Heute Mittag gab es noch ein sogenanntes „Side Event" über zwei Workshops in Paris und Tokyo zu zwei zentralen Aufgabenbereichen, die IPBES übernehmen soll: „Assessment", also Beurteilung der vorhandenen Daten und wissenschaftlichen Ergebnisse, sowie „Knowledge Generation", was soviel heißt, wie Identifikation von Wissenslücken und Anregungen, diese zu füllen. Selbst forschen soll IPBES übrigens nicht – darüber herrscht Einigkeit.

Heute Abend gibt es dann den nächsten Empfang: Diesmal lädt Deutschland zu Speis, Trank und Unterhaltung ein!

Kontakt:
Dr. Sören Dürr

Weitere Informationen und Fotos von der Konferenz im Earth Negotiations Bulletin (ENB)