Einstieg in die wirkliche Debatte

Axel Paulsch (UFZ)

Nachdem gestern von allen Seiten der Wille bekundet wurde, nicht hinter die schon im Sommer 2010 in Busan erzielten Einigungen zurück zu fallen, beginnt heute die inhaltliche Debatte über die Punkte, die im so genannten Busan-Outcome noch nicht genau festgelegt wurden. Dazu werden zunächst Kommentare eingeholt, bevor man später im Lauf der Woche zum eigentlichen Formulieren der Entscheidungen kommen wird.

Ein wesentlicher Punkt ist es, festzulegen, wie die Struktur von IPBES aussehen soll. Einigkeit herrscht darüber, dass das Entscheidungsgremium die Vollversammlung aller Mitglieder sein muss (Plenary). Welche weiteren Gremien soll oder muss es aber zusätzlich geben? Das Vorbereitungspapier, an dem entlang sich die Debatte entfaltet, schlägt drei verschiedene Optionen vor:

a) es gibt nur ein Untergremium, ein sog, Exekutiv-Komitee

b) es gibt zusätzlich ein Büro, das das Exekutiv-Komitee in administrativer und wissenschaftlicher Hinsicht berät

c) man überträgt die wissenschaftliche Beratung einem zusätzlichen Gremium, so dass es insgesamt drei Untergremien geben würde, die sich die Aufgaben teilen.

Für alle drei Optionen gibt es Fürsprecher: Diejenigen, die sich für Option a aussprechen, betonen, dass man schlank anfangen sollte und wenn nötig, später immer noch weitere Gremien einsetzen könnte. Natürlich spielen dabei auch finanzielle Überlegungen eine Rolle. Andere argumentieren für Optionen b oder c dahingehend, dass die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit am besten durch einen separaten wissenschaftlichen Beirat gewährleistet werden kann und administrative und wissenschaftliche Aufgaben nicht einem einzigen Gremium allein übertragen werden sollten. Internationale Wissenschaftsorganisationen sprechen sich erwartungsgemäß für die Option mit einem eigenen wissenschaftlichen Gremium aus.

Obwohl verschiedene Ansichten vorgetragen werden, ist die Stimmung im Raum nach wie vor konstruktiv und die 112 angemeldeten Regierungsdelegationen betonen, dass sie im Zweifelsfall flexibel sind und man Einigung erreichen will.

Der Ausklang des zweiten Verhandlungstages wird von Deutschland gestaltet, das zu einem Abendempfang hier auf dem UN-Gelände geladen hat. Diese Gelegenheit wird genutzt, um dafür zu werben, das IPBES-Sekretariat an den UN-Standort Bonn zu holen.